Pia Nowotny, Inhaberin von Martha’s: „Ich bin ein absoluter Bauchmensch“

Pia Nowotny, Inhaberin von Martha’s: „Ich bin ein absoluter Bauchmensch“

Pia ist eine ganz besonders mutige Frau und Mutter: Vor rund vier Jahren hat die 43-jährige ihren erfolgreichen Job als Bankfachwirtin an den Nagel gehängt und den „Edel-Imbiss“ Martha’s in den Königsbaupassagen in Stuttgart City eröffnet. In ihrem hübschen Laden gibt’s Currywurst, Grillwürste, Flammkuchen & Co. – immer mit den besten Zutaten aus der Region. Mittlerweile hat sie ihr Geschäft erweitert mit einer Terrasse direkt auf dem Schlossplatz, einem eigenen Stand auf dem Stuttgarter Markt und einem Cateringservice. Der Laden brummt und ist stadtbekannt. Auch Prominente wie Götz Alsmann, Cro oder Sami Khedira kehren bei ihr regelmäßig ein. Dafür arbeitet Pia hart – den ganzen Tag und oft auch nachts. Obwohl sie mit ihrer Freiberuflichkeit eigentlich mehr Zeit für ihren achtjährigen Sohn haben wollte. SCHWABEN-MOM trifft die gebürtige Heilbronnerin bei schönstem Frühlingswetter auf ihrer tollen Terrasse mitten auf dem Schlossplatz und ist ganz angetan von ihrer besonnenen und ruhigen Art.

SCHWABEN-MOM: Du bist Inhaberin des Martha‘s. Was ist für Dich das Schönste an Deinem Beruf?

Pia: Das Schönste ist für mich, dass ich mit so vielen verschiedenen und interessanten Menschen zu tun habe. Manchmal sind auch Prominente dabei. Götz Alsmann kommt regelmäßig in meinem Laden vorbei, wenn er in Stuttgart ist. Er schickt mir mittlerweile sogar vorher eine SMS, wenn er hier ist und wir treffen uns manchmal nach seinen Konzerten. Oder Sami Khedeira war auch schon hier. Letztes Jahr habe ich sogar mit meinem Catering-Service seine Geburtstagsparty ausgerichtet.

Pia und Cro

SCHWABEN-MOM: Erzähl uns wie ein Tag von Pia Nowotny aussieht!

Pia: Der Tag startet immer mit unserem Familienfrühstück, das ist für mich ganz wichtig, dass wir alle morgens zusammen sind. Wenn mein Sohn dann in die Schule geht, erledige ich den Haushalt und gehe dann um halb zehn ins Geschäft. Dann schaue ich, was im Laden zu tun ist: Dekoration für das Geschäft besorgen, Einkäufe erledigen, mit aushelfen, wenn Not am Mann ist. Danach gehe ich meistens ins Büro und kümmere mich um die Buchhaltung, Werbung und PR, Rechnungen und das Catering. Beim Catering bin ich immer persönlich mit dabei – manchmal auch bis spät in die Nacht. Mein Arbeitstag endet meistens abends gegen halb sechs. Zum Abendessen trifft sich dann die Familie wieder zu Hause.

SCHWABEN-MOM: Du bist eigentlich Bankfachfrau. Vor vier Jahren hast Du Deinen gut bezahlten Job an den Nagel gehängt und Martha’s eröffnet. Damals war Dein Sohn vier Jahre alt. Wie kam es zu dem mutigen Schritt? Hatte der Wunsch nach totaler Veränderung auch etwas mit dem Muttersein zu tun?

Pia: Ja, indirekt schon. Ich habe vorher bei vielen verschiedenen Banken gearbeitet. Später auch als Dozentin bei einer Versicherung. Da war ich viel unterwegs. Nach meiner Elternzeit wollte ich in Teilzeit in eine andere Abteilung wechseln. Mein Chef zeigte sich damals aber leider sehr unflexibel. Dann hatte mein Mann die Idee, eine Gastronomie zu eröffnen. Erst war es nur eine Art „Hirngespinst“, aber dann wurde es immer konkreter. Wir sind dann mit unserem Konzept aktiv auf die Investoren vom Königsbau zugegangen. Und die waren so begeistert von unserer Idee, dass sie uns eine viel größere Ladenfläche anboten als geplant. Nach zweieinhalb Jahren Planung ging es dann 2011 mit Martha’s los.

SCHWABEN-MOM: Könntest Du Dir heute vorstellen wieder in einer Bank zu arbeiten? Was ist das Schönste für Dich an der Selbstständigkeit?

Pia: Ich bin ein total flexibler Typ. Ich war bei Banken, Versicherungen und habe eine Zeit auch für eine Werbeagentur gearbeitet. Auch für meinen Job hier in meinem Laden habe ich viel Neues erlernen müssen. Grundsätzlich könnte ich mir auch wieder vorstellen, in einer Bank zu arbeiten. Aber bei allem Stress in der Gastronomie, möchte ich auf meine Freiheit eigentlich nicht mehr verzichten.

SCHWABEN-MOM: Viele Frauen wollen mit dem Muttersein, sich auch beruflich verändern: einen Laden aufmachen, Coach werden, Bloggen… Was rätst Du anderen, jungen Müttern aus Deiner Erfahrung?

Pia: Ich bin ein absoluter Bauchmensch und kann nur sagen: Immer auf das Bauchgefühl hören! Sich nicht von Bedenken abhalten lassen, sondern einfach machen. Aber sich trotzdem auch bewusst machen, dass es sehr anstrengend ist. Als mein Sohn noch kleiner war und ich ihn zum Kinderturnen begleitete, habe ich die Zeit genutzt, um organisatorische Dinge telefonisch zu klären, während die anderen Mütter in Ruhe Kaffee getrunken haben. Als Selbstständige kannst du nie richtig abschalten. Und wenn dann mal Zeit ist, möchte ich sie mit meinem Sohn verbringen.

SCHWABEN-MOM: Wie schaltest Du vom Alltag ab?

Pia: Einfach mal das Handy in den Ruhemodus stellen. Oder einen Waldspaziergang machen – die Ruhe und die Natur genießen. Ich würde auch gerne wieder mehr Yoga machen.

SCHWABEN-MOM: Was machst Du mit Deinem Sohn und Deinem Mann, wenn Zeit für Familie ist?

Pia: Am liebsten zu Hause sein und zusammen spielen und viel lesen. Oder mal wieder Skifahren gehen.

SCHWABEN-MOM: Was ist Dein persönlicher Lieblingsplatz in Stuttgart?

Pia: Der Schloßplatz! Und meine Terrasse. (lacht)

SCHWABEN-MOM: Was ist für Dich das Schönste am Mamasein?

Pia: So einen süßen, tollen Schatz zu haben! Ich habe einen tollen Jungen, mit dem ich immer super reden kann. Er ist für mich ein richtiger Gesprächspartner.

SCHWABEN-MOM: Und ganz zum Schluss ein Tipp von der Gastro-Expertin: Was ist das Geheimnis der perfekten Currywurst?

Pia: Qualität! Wie es auch die Starköche alle sagen. Die Qualität der Zutaten, der Wurst, der selbstgemachten Sauce. Ich benutze nur hochwertiges Currypulver, ohne jegliche künstliche Zutaten. Die Details müssen einfach stimmen.

Weitere Infos:

www.marthas-stuttgart.de

www.facebook.com/marthas.stuttgart

Fotos: © Emma von Bergenspitz