Streetstyle Julia aus Stuttgart: „Man sollte Kleidung nicht nach Brands aussuchen“

Streetstyle Julia aus Stuttgart: „Man sollte Kleidung nicht nach Brands aussuchen“

Julia (43 Jahre) ist eine echte Stilikone. Sie ist immer toll gestylt, mixt gerne auch mal verschiedene Stile, kombiniert ihre Kleider raffiniert miteinander. Ihre Must-haves: Taschen, Schuhe und Jeans. Die gebürtige Russin aus Korolev bei Moskau ist 1999 der Liebe wegen nach Stuttgart gekommen. Für ihren Streetstyle hat sie sich die Rotenberger Grabkapelle ausgesucht. Die Grabesstätte von der ehemaligen Königin von Württemberg und Großfürstin von Russland Katharina. Das passt.

Ihr Style: Sie trägt einen gestreiften Bleistiftrock von Zara, dazu eine lässige, olivgrüne Bluse vom Londoner Modelabel Chelsea Flower und Schuhe von Valentino. Statt Handtasche hat sie ihr iPad dabei – denn sie ist immer ziemlich busy. Die Diplom-Ingenieurin und Finanzmanagerin arbeitet als Wertpapieranalystin in Stuttgart. Trotz allem ist es Julia wichtig, möglichst viel Zeit mit ihren drei Kindern zu verbringen.

Aus einem Fotoshooting und Interview wird dann noch ein langes, intensives Gespräch über Russland und die Ukraine, Heimat, Mamasein, Erziehung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf… Wir sind nicht nur von Ihrem Style beeindruckt, sondern erleben eine sehr offene, herzliche und tolle Frau, die sich viele Gedanken über das Leben macht.

SCHWABEN-MOM: Du bist immer super gestylt. Wo kaufst Du Deine coolen Klamotten? Was ist Dein Shoppingtipp? Was Dein Lieblingsmodelabel?

Julia: Ich suche meine Kleidung nicht nach Brands aus. Man sollte immer schauen, was einem wirklich steht und man sollte die Kleidung gut kombinieren können. Ich gehe eigentlich nicht gerne einkaufen. Als Mama und Berufstätige hat man ja wenig Zeit. Deshalb shoppe ich gerne im Internet. Manche Dinge muss man natürlich anprobieren, wie beispielsweise Schuhe. Aber Schuhe sollten nicht nur bequem sein, sondern auch schön und elegant. Da gehe ich gerne zu Sigrun Woehr in Stuttgart. Und man sollte immer ein paar gute Jeans im Kleiderschrank haben – egal ob von H&M oder Edelmarken. Sie müssen unbedingt gut sitzen. Jeans können eine tolle Figur machen, aber leider auch das Gegenteil bewirken.

SCHWABEN-MOM: Was ist Dein modisches Must-have?

Julia: Handtaschen, Schuhe und Jeans.

SCHWABEN-MOM: Was tust Du für Dein Aussehen?

Julia: Ich gehe einmal in der Woche joggen. Als Ehefrau und Mutter von drei Kindern muss man etwas für seine Figur tun. Ich versuche jeden Morgen den Yoga-Sonnengruß zu machen. Und ich achte sehr auf eine gute Gesichtspflege, trage jeden Tag – auch im Winter – Sonnenschutz auf und eine gute Nachtpflege.

SCHWABEN-MOM: Sind die russischen Frauen besser gekleidet als die deutschen Frauen?

Julia: Russische Frauen zeigen oft mehr Haut, tragen höhere Absätze. Sie betonen ihre Weiblichkeit mehr. Deutsche Frauen begrenzen ihre Kleidung oft auf Basics – Jeans, T-Shirts. Vielleicht sind die deutschen Frauen auch selbstbewusster, dass es ihnen nicht so wichtig ist.

SCHWABEN-MOM: Was vermisst Du hier? Was magst Du besonders an Stuttgart?

Julia: Ich vermisse meine Familie! Aber sie kommt mich regelmäßig besuchen. Die Russen sind emotionaler und impulsiver als die meisten Deutschen. Ich erlebe viele Deutsche als sehr höflich, tolerant, rational und sehr strukturiert. Je älter ich werde, desto mehr gefällt mir das (lacht). Das Kulturangebot ist in Moskau natürlich größer, aber ich liebe die Oper und das Ballett in Stuttgart. Da gehe ich regelmäßig hin.

SCHWABEN-MOM: Was ist für Dich das Schönste am Mamasein?

Julia: Dass man alles noch einmal erlebt! Ich freue mich schon jetzt auf das erste Date oder den ersten Kuss meiner Kinder. Und ich genieße es, dass man mit den Kindern und dem Ehemann zusammen schöne Erlebnisse teilt und die Begeisterung dafür.

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Julia auf den Treppen der Rotenberger Grabkapelle