Strahlend schön am Tag der Geburt: „Kate, warum tust Du uns das an?“

Strahlend schön am Tag der Geburt: „Kate, warum tust Du uns das an?“

Liebe Kate,

muss das sein? Heidi Klum steht ein paar Wochen nach der Entbindung wieder mit Topmodel-Figur vor der Kamera – in Dessous. Topmanagerin und Yahoo-Chefin Marissa Mayer ging zwei Wochen nach der Geburt wieder zurück an ihren Schreibtisch.

Und jetzt ausgerechnet Du! Am Tage der Geburt Deines zweiten Kindes stehst Du strahlend schön, top-gestylt mit einem friedlichen Baby im Arm vor den Kameras und präsentierst der ganzen Welt Deine entzückende, kleine Tochter. Das ist ein Statement, Kate! Ein Statement für uns Mamas. Warum tust Du uns das an?

Denn: Jetzt fühlen wir uns alle noch schlechter! Weil wir sogar noch nach einem Jahr mit unserem Babyspeck kämpfen, weil wir viel zu fertig sind und zu verliebt in unsere Babys, um gleich wieder zu arbeiten und Dessous bei uns in Still-BHs eingetauscht wurden.

Ich frage mich, wie hätte ich dort am Tage der Geburt meines Sohnes gestanden? Gar nicht! Denn das war nach dieser furchtbar anstrengenden Prozedur gar nicht möglich. Ich hatte auch gar keine Zeit, denn mein Sohn musste ununterbrochen trinken, wenn er nicht gerade schrie. Auch das Make-up hatte ich auf dem Weg in die Klinik einfach vergessen. Ich hatte mir vorher einen praktischen Still-Schlafanzug gekauft – auch mit Blümchen, aber irgendwie anders. Und ich sah bleich aus, sehr bleich – mit ein paar geplatzten Äderchen im Gesicht.

Ja, ich sah so aus, wie man halt nach einer Geburt aussieht: fix und fertig! Weil man Großartiges geleistet hat. Und: Auch wenn ich nicht so strahlte wie Du, Kate. Ich war glücklich, sehr glücklich!

Deine Annika

SCHWABEN-MOM-Bloggerin Annika schreibt unter Pseudonym über ihre Gedanken, Sorgen, Freuden und ihren Ärger im alltäglichen Mutter-Dasein in der SCHWABEN-MOM-Kolumne. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart.

Möchtest Du auch aus Deinem Leben als Mutter berichten? Wir freuen uns auf Deine Gast-Kolumne! Schreibe uns einfach an mail@schwaben-mom.de.

Illustration: © Petra Rombach / www.petrarombach.de

 

There are 3 comments for this article
  1. marala at 22:03

    Genau das habe ich mir auch gedacht… Vielen Dank für den Artikel 🙂

  2. Andrea at 21:53

    Danke, danke, danke für diesen Artikel! Du hast so recht! Konnte nach der Geburt meiner Tochter nichtmal richtig stehen und wollte ehrlich gesagt auch nichts anderes machen als Zeit mit der Kleinen zu verbringen…

  3. Monika at 15:32

    Wer eine gute selbstbestimmte und komplikationslose (va auch kurze) Geburt hatte, kann durchaus so strahlend aussehen. Kate hatte einen Geburtsplan, der respektiert wurde. Sie wurde von Hebammen betreut. Ärzte warteten unbeteiligt in Rufbereitschaft, ohne die Chance, durch Eingriffe in den Geburtsverlauf möglicherweise noch Komplikationen zu provozieren.
    Schade dass diese 1:1- Betreuung in Deutschland vor dem Aus steht…

    Ich habe es selbst erlebt. 1. Geburt im Krankenhaus. Recht unspektakulär, nur ein bisschen Schmerzmittel. Aber teilweise ziemlich fremdbestimmt und bevormundet. Vorzeigbar war ich nicht wirklich. 2. Geburt im Geburtshaus. Eine Hebamme nur für mich. Die total auf mich und meine Bedürfnisse einging. Ich war nicht gestylt wie Kate, aber ich würde durchaus das Foto herzeigen, dass sogar noch vor der Geburt der Plazenta gemacht wurde 😀
    Wenn die Umstände stimmen, dann ist eine Geburt einfach nur wunderschön. Kein Wellness-Urlaub, aber eine unglaubliche Erfahrung, die eine Frau strahlen und glänzen lässt. Wie Kate 😉