Die wichtigste Frage unter Müttern: „Schläft es schon durch?“

Die wichtigste Frage unter Müttern: „Schläft es schon durch?“

Mit dem Muttersein bekommt das Schlafen ja eine ganz neue Dimension. Früher war ich nach sieben Stunden Tiefschlaf noch nicht richtig ausgeschlafen. Ich habe Ausschlafen, Durchschlafen und viel schlafen geliebt! Das war für mich die wichtigste Energiequelle!

Nun gehöre ausgerechnet ich zu den besonders schlafgeplagten Müttern – oder sagen wir mal: gehörte. Meine Kinder sind jetzt aus dem Gröbsten raus. Aber ich gehörte immer zu den Müttern, die andere Mütter nicht um ihre tollen Figuren nach der Entbindung oder die guten Manieren ihrer Kinder beneidet haben, sondern um eine Nacht ohne Unterbrechungen!

Meine Kinder haben die ersten Jahre keine zwei Stunden durchgeschlafen – und als mein erster Sohn endlich vier Stunden am Stück schlief, war mein zweiter Sohn auf der Welt. Und alles ging wieder von vorne los. Ich fühlte mich streckenweise wie ein Zombie (oder Mombie). Jahrelang bin ich nachts aufgestanden, habe gesungen, gestillt, Fläschchen zubereitet, schmerzende Zähne und Beine versorgt oder Albträume verscheucht.

Und ich hatte Solidarität mit anderen Müttern: Meine Freundin war mit ihrer Tochter in der Filderklinik zum Schlaftraining. Eine andere Freundin musste auch alle zwei Stunden raus zum Stillen. Täglich wurden die Schlafbilanzen ausgetauscht und das gab Trost. Andere müssen auch leiden.

Und trotzdem: Nie habe ich Bücher wie „Alle Kinder können schlafen lernen“ eingesetzt. Habe nicht mit einer Stoppuhr vor der Tür gestanden und meine Kinder weinen lassen. Ich hätte auch nie eine „Night Nanny“ eingestellt – so wie Heidi Klum, Sandra Maischberger oder andere Prominenten das machen. Nein, das hätte ich nie gekonnt und gewollt. Okay, es war ein hoher Preis, aber ich habe es für meine Kinder getan, für die Bindung, für ihr Vertrauen. Und manchmal gab es auch ganz besonders magische Momente – nachts, wenn die ganze Welt schlief. Und ich mein Kind im Arm schaukelte und zusah, wie es langsam einschlief. Da waren wir uns besonders nah.

Auch heute liegt noch eine kleine Notmatratze neben unserem Bett – falls nachts mal ein Monster in den Kinderzimmern unterwegs ist. Aber das bekomme ich glücklicherweise kaum mehr mit. Der Tiefschlaf hat mich zurück.

SCHWABEN-MOM-Bloggerin Annika schreibt unter Pseudonym über ihre Gedanken, Sorgen, Freuden und ihren Ärger im alltäglichen Mutter-Dasein in der SCHWABEN-MOM-Kolumne. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart.

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Foto: © maram / fotolia.com