Ritter, Tyrannosaurus, Anakin Skywalker – ich war sie alle

Ritter, Tyrannosaurus, Anakin Skywalker – ich war sie alle

Meine Kinder lieben Rollenspiele! Nein, sie gehören leider nicht zu den Kindern, mit denen man eine gemütliche Runde Mau Mau, Uno oder Memorie spielen kann, schön Kaffee trinkt und dabei auch ein bisschen auf seine eigenen Kosten kommt. Das geht bei uns nicht, das ging noch nie. Bei uns wird mit Haut und Haar gespielt – gekämpft, geschrien, getobt, sich total verausgabt. Die ganz großen Emotionen. Und das ist sehr, sehr anstrengend! Und auch wenn es mir oft ein großes Opfer abverlangt, ich tue es – meinen Kindern zuliebe, weil sie es doch so sehr mögen…

Ich kämpfe mich also mit dem Laserschwert durchs ganze Haus, krabbel unter das Bett (weil das der Hyperraum ist). Ich sitze (gefühlte Stunden) unter dem Esstisch – im Piratenschiff, gefangen von einem gefährlichen Kapitän. Manchmal überkommen mich dabei fürchterliche Müdigkeitsanfälle, aber ich halte tapfer durch. Oder ich spiele stundenlang – die immer gleichen Dialoge mit den Dino-Schleichtieren – meines kleinen Sohnes. Und beobachte, wie es für ihn immer wieder aufs Neue spannend ist. Und wie viel Freude er dabei hat.

Ja, Rollenspiele sind für uns Erwachsene irgendwie sehr anstrengend, auch wenn wir sie als Kinder doch selber so geliebt haben. Viele Eltern, die ich kenne, haben einfach keine Lust auf diesen Zirkus. Aber – bei aller Anstrengung – es lohnt sich! Beim Rollenspiel bin ich meinen Kindern ganz nah, eine Verbündete sozusagen. Es fördert also nicht nur die sozialen Kompetenzen, sondern vor allem auch die Beziehung zu ihnen. Im Rollenspiel entdecke ich manchmal ganz andere Seiten meiner Kinder – höre raus, was sie gerade beschäftigt.

Ich gebe zu, es ist oft hart. Manchmal stelle ich mir einfach die Uhr auf: 20 Minuten Rollenspiel. Und irgendwie vergeht die Zeit doch wie im Fluge, wenn man sich darauf einlässt. Also: Ein Hoch auf das Rollenspiel! Auf in den Kampf, Jedi-Ritter, Piraten und Prinzessinnen!

SCHWABEN-MOM-Bloggerin Annika schreibt unter Pseudonym über ihre Gedanken, Sorgen, Freuden und ihren Ärger im alltäglichen Mutter-Dasein in der SCHWABEN-MOM-Kolumne. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart.

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Foto: ©  Oleksandr Babich / fotolia.com