Mama 2.0 – ein einziger Kommunikationswahnsinn

Mama 2.0 – ein einziger Kommunikationswahnsinn

Diese Woche habe ich mich gefragt: Ist Mutterschaft ohne Smartphone und Notebook eigentlich heute noch möglich? Wie haben sich die Mamas in den 50er Jahren eigentlich organisiert – ohne WLAN? Ich stelle mir vor: Die haben die Kinder einfach auf die Straße geschickt und in der Zeit in Ruhe das Haus geputzt. Ab und zu gab es einen Plausch über den Gartenzaun mit der Nachbarin. Und wenn die Laternen draußen angingen, mussten die Kinder Zuhause sein. Ganz einfach – ganz unkompliziert.

An manchen Tagen wünsche ich mir diese Zeiten fast zurück. Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin mit Leidenschaft eine Working-Mom – und das bezieht sich auf Working und Mom. Und ich bevorzuge auch keine antiquierten Rollenmodelle.

Aber an manchen Tage denke ich: Was ist das eigentlich für ein Wahnsinn hier? Morgens um 6.30 Uhr kommen die ersten Mama-WhatsApps: Kannst Du heute mal Max nach der Schule mitnehmen? Johanna ist krank, kann Dein Sohn sie entschuldigen? Schreiben die heute den Test?

Noch bevor ich das Bett verlasse, startet der ganze Kommunikationswahnsinn – und hört den ganzen Tag nicht mehr auf! Zwischendurch kommen Mails mit Helfer- und Kuchenlisten aus Kindergarten und Schule oder Textbeiträge in Hip-Hop-Version für den runden Geburtstag der Erzieherin – zum Ergänzen. Oder Kinderverabredungen per Outlook! Zusagen – Termin geblockt. Mama 2.0 sozusagen.

So geht das den ganzen Tag! Abends kurz vor Mitternacht werden die letzten WhatsApps beantwortet – gerne auch mit der Sprachfunktion, denn zum Tippen bin ich einfach zu müde: „Am Dienstag kann Carl leider nicht zu uns kommen, da kommt schon Paul. Würde es bei Euch denn die Woche darauf klappen?“

Kurz vor Mitternacht – ich bin kurz vor dem Einschlafen piepst das Handy. „Übernächsten Dienstag hat Carl leider Ergotherapie und die Woche darauf?“ Ich schalte mein Smartphone auf Flugzeugmodus – diese Antwort muss warten. Spätestens bis morgen 6.30 Uhr.

Vielleicht möchte ich doch mal Mama in den 50er Jahren sein – vielleicht mal für einen Tag.

SCHWABEN-MOM-Bloggerin Annika schreibt unter Pseudonym über ihre Gedanken, Sorgen, Freuden und ihren Ärger im alltäglichen Mutter-Dasein in der SCHWABEN-MOM-Kolumne. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart.

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