Kikaninchen-Puppenspielerin Anja aus Stuttgart: „Einfach mal die Wolken am Himmel beobachten“

Kikaninchen-Puppenspielerin Anja aus Stuttgart: „Einfach mal die Wolken am Himmel beobachten“

Sie ist Theatertherapeutin, Schauspielerin und die Puppenspielerin vom bekannten Kikaninchen vom Kinderkanal KIKA. Anja Feldmann ist ein Multitalent: Vormittags arbeitet sie in einem Kindergarten in Bad Cannstatt als Sprachtherapeutin, zwischendurch geht sie auf Tour mit Kikaninchen und abends – wenn noch Luft ist – probt und inszeniert sie eigene Stücke als Puppenspielerin. Mit einem wunderbaren Bauchladentheater ist sie auf Festen und privaten Feiern unterwegs. Kleiner Tipp von SCHWABEN-MOM: Ihr könnt sie auch für Kindergeburtstage buchen. Die 34-jährige kommt aus dem Schwarzwald und lebt mit ihrem sechsjährigen Sohn und ihrem Freund in Stuttgart-Uhlbach. Und wenn mal Zeit zum Faulenzen ist, macht sie das am liebsten auf der schönen Egelseer Heide in Stuttgart-Rotenberg – auf der großen Wiese, einfach nur die Wolken beobachten.

SCHWABEN-MOM: Du bist Theatertherapeutin und Puppenspielerin. Was ist das Schönste für Dich an Deinem Beruf?

Anja: Das Schönste an meinen Berufen? Vor allem die Vielfalt. Und die Kreativität. Was mich wirklich begeistert ist, dass die Berufe und meine verschiedenen Tätigkeitsbereiche sich wunderbar ergänzen. Außerdem ist mein Arbeitsfeld sehr abwechslungsreich, das hält mich offen und flexibel.

SCHWABEN-MOM: Du bist die Puppenspielerin von Kikaninchen im Off-Air-Bereich – die Vorschul-Dachmarke des Kinderfernsehkanals Kika. Das klingt spannend. Wie können wir uns Deinen Job vorstellen?

Anja: Auch dieser Job ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Manchmal ist mein Auftrag ein sogenanntes interaktives Meet-and-greet. Das heißt: Die Kinder treffen auf Kikaninchen und haben die Möglichkeit sich mit ihm zu unterhalten, Kikaninchen in den Arm zu nehmen und Fotos zu machen. Ein anderes Mal präsentieren wir eine große Bühnenshow. Oder Kikaninchen kommt zu Besuch ins Baumhaus und trifft dort auf Juri und Singa. Die letzte Veranstaltung war im Juni, im Rahmen des Gewinnspiels „KIKA kommt zu Dir“. Da waren Christian, Anni und Kikaninchen zu Besuch in einem Kindergarten und haben einen Kindergarten Tag miterlebt.

SCHWABEN-MOM: Was machst Du noch als Puppenspielerin? Wo können wir Dich sehen?

Anja: Momentan könnt Ihr mich (oder besser gesagt Kikaninchen) nur online über die Mediathek des KIKAs sehen. Zum Beispiel in der Baumhaus Folge vom 7. Juni 2015. Mit meinen Solo Stücken spiele ich meist bei privaten Veranstaltungen, da könnt Ihr leider nicht einfach so vorbei schauen. Sobald der nächste öffentliche Auftritt ansteht, werde ich SCHWABEN-MOM gerne dazu einladen!

SCHWABEN-MOM: Parallel zum Figurenspiel arbeitest Du in der Sprachförderung in einem Stuttgarter Kindergarten. Erzähl uns von Deiner Arbeit.

Anja: Meine Arbeit beinhaltet die alltagsintegrierte Sprachförderung und die Dokumentation des Sprachstandes, sowie den Austausch mit den Erzieherinnen. Außerdem unterstütze ich die Erzieherinnen dabei ihr eigenes Sprachverhalten zu reflektieren. Natürlich sind wir als Erwachsene immer auch Sprachvorbilder. Ich gebe den Kolleginnen bei Bedarf auch Anregungen für Spiele, Bücher und Lieder.

Für die Eltern bin ich natürlich auch Ansprechpartnerin für alle Fragen des Spracherwerbs, der Mehrsprachigkeit und der Sprachförderung. Das ist jetzt sehr allgemein formuliert. Praktisch sieht meine Arbeit so aus, dass ich viele Einzelsituationen mit den Kindern habe und gezielt auf ihre Bedürfnisse eingehen kann. Ob das nun Pudding kochen, einkaufen, kuscheln, Bücher lesen, Memory spielen, Haare frisieren oder Unkraut zupfen ist. Durch diese gemeinsamen Aktivitäten habe ich mittlerweile eine sehr intensive Bindung zu den meisten Kindern aufgebaut, und das ist natürlich eine wichtige Grundlage des Spracherwerbs. Ganz nebenbei erweitern die Kinder in diesen gemeinsamen Alltagssituationen ihren Wortschatz.

SCHWABEN-MOM: Hast Du einen Tipp für Eltern, deren Kinder erst spät anfangen zu sprechen oder mit der Sprache etwas hinterher hinken?

Anja: Die Frage kann ich so pauschal nicht beantworten. Die Gründe sind doch bei jedem Kind individuell. Und dann kommt es natürlich auch auf das Alter an. Sorgen sich Eltern deren 18 Monate altes Kleinkind bisher nur Mama und Papa sagt, oder geht es um einen vierjährigen der einen aktiven Wortschatz von 50 Wörtern nutzt. Die einen sollten sich entspannen und abwarten, die anderen sollte man ernst nehmen.

Allgemein würde ich raten, die Kinder möglichst wenig Zeit vor dem Fernseher oder dem Tablet verbringen zu lassen. Denn entgegen der Werbung der Sender selber, hat auch Babyfernsehen bewiesenermaßen überhaupt keinen Fördereffekt. Ganz im Gegenteil: Es verlangsamt den Spracherwerb. Geht in Kontakt zu Euren Kindern. Lasst sie so viel wie möglich selber erspüren, erschmecken, ertasten. Der Spracherwerb vollzieht sich nicht von selbst, auch wenn es den Anschein hat. Es ist ein langer, dialogischer Prozess des Kindes und seiner Bezeugspersonen Zuhause und im Kindergarten.

SCHWABEN-MOM: Wo kannst Du in Stuttgart am besten entspannen?

Anja: Zum einen hier in Uhlbach wo wir wohnen. Innerhalb einer Minute bin ich in den Weinbergen. Hier gehe ich regelmäßig spazieren um nachzudenken, zu reflektieren oder einfach nur die Natur zu bestaunen. Die Schwaben Quellen sind auch immer eine gute Anlaufstelle. Dort habe ich mir zuletzt an meinem Geburtstag eine kleine Auszeit gegönnt. In den liebevoll eingerichteten Ruheräumen schaffe ich es in kürzester Zeit abzuschalten und ganz bei mir zu sein.

SCHWABEN-MOM: Was machst Du mit Deinem Sohn und Deinem Freund in Stuttgart und Umgebung am liebsten, wenn Zeit für Familie ist? Habt Ihr so etwas wie einen Lieblingsplatz in Stuttgart & Region?

Anja: Ganz klar, wir fahren zur Egelseer Heide in Stuttgart-Rotenberg – und zwar zu jeder Jahreszeit. Jetzt im Sommer genießen wir es dort auf der Wiese Frisbee oder Wickinger Schach zu spielen, am Grillplatz zu grillen und einfach auf der Decke zu liegen, die Wolken am Himmel betrachtend. Im Herbst kann man dort wunderbar Drachen steigen lassen, im Winter Schlitten fahren und im Frühling ist der Wald so frisch und grün, dass es eine Freude ist zum Kernen Turm zu wandern, um eine großartige Aussicht über die Baumgrenze zu genießen.

SCHWABEN-MOM: Was ist für Dich das Schönste am Mamasein?

Anja: Für mich ist das Schönste am Mamasein das Familiesein.

Weitere Infos:

www.anjafeldmann.de

www.kika.de

Foto: © KIKA 2015