Liebesbotschaft-Bloggerin Joanna: „Eine große Quelle der Inspiration ist der Alltag mit meinen Kindern“

Liebesbotschaft-Bloggerin Joanna: „Eine große Quelle der Inspiration ist der Alltag mit meinen Kindern“

Sie ist Bloggerin und hat einen ausgezeichneten Geschmack: Joanna Goetz, 41 Jahre und Mutter von drei Kindern ( 21, 16 und 14 Jahre ) schreibt und fotografiert für ihren eigenen Blog. Mit der „Liebesbotschaft“ möchte sie vor allem andere Menschen inspirieren und begeistern. Das gelingt ihr: Die wunderschönen Fotos und persönlichen Texte laden zum Träumen und Nachdenken ein. Die „Liebesbotschaft“ gehört zu den erfolgreichsten privaten Lifestyle-Blogs im deutschsprachigen Raum. Genug Zeit für die Familie bleibt trotzdem – zuletzt in Kalifornien, wo sie mit ihren Kindern einige Monate verbracht hat. Zurück in Deutschland beginnt nun für die Bloggerin und ihre Familie, nach vielen Jahren im Schwabenländle, ein neuer Lebensabschnitt in Nürnberg. Wie es dazu kam und wofür die Übergangszeit in den USA genutzt wurde? Das hat sie SCHWABEN-MOM-Bloggerin Sandra im Interview verraten. Außerdem erfahren wir, wie Joanna ihre Freiberuflichkeit mit ihrem Leben als Mama verbindet und was sie am Bloggen am meisten liebt.

SCHWABEN-MOM: Joanna, Du versendest mit Deinem Blog Liebesbotschaften. Was genau sind das für Botschaften?

Joanna: Mein Wunsch ist, dass jeder, der meinen Blog liest, einfach etwas Zeit mit mir verbringen und mich genießen kann. Egal, ob es um Kuchenrezepte oder Lifecoaching geht. Ich will es den Menschen einfacher machen – und nicht komplizierter. Leichter, und nicht schwerer. Beschwingt, frei, voller Lebensfreude: Das bin ich, und dafür steht der Blog. Mir ist also nicht so wichtig, ob jemand ein Rezept nachkocht oder etwas nachbastelt – viel wichtiger finde ich es, dass man diese Atmosphäre aufnimmt, und sich davon für sein eigenes Leben inspirieren lässt.

SCHWABEN-MOM: Was macht Dir am Bloggen am meisten Spaß?

Joanna: Ich mag die Tatsache, dass ich alles machen kann, worauf ich Lust habe. Ich bin frei und kann den Blog so schön gestalten, wie ich will, und kann Ernstes, Lustiges, Schönes, Kreatives und Tiefes verbinden – ganz nach Wunsch und Laune. Ich kann von Kalifornien aus bloggen – oder von einem schwäbischen Kaff aus. Das begeistert mich! Genauso überwältigend ist für mich, dass ich Menschen beschenken und inspirieren kann, denen ich im realen Leben niemals begegnet wäre – das ist ein großartiges Geschenk. Treffen wir uns dann zufällig auf einem Event, dann lieben mich die Leser tatsächlich – und ich sie!

SCHWABEN-MOM: Wie ist die Idee entstanden, einen eigenen Blog zu machen?

Joanna: Das war eher eine Entscheidung aus dem Moment heraus, um meine Ideen und Inspirationen mit anderen Frauen zu teilen. Das ist das Besondere am Bloggen: diese Leichtigkeit, ohne einen Anspruch zu haben, etwas Perfektes liefern, oder ein bestimmtes Konzept verfolgen zu müssen. Einfach nur der Ausdruck der Kreativität und Lebensfreude, wovon ich mehr als genügend habe.

SCHWABEN-MOM: Seit sieben Jahren bist Du fast täglich mit Beiträgen online – wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus?

Joanna: Ich blogge im Schnitt drei bis vier Mal die Woche – und da ich selbstbestimmt arbeite, gibt es für mich keinen „typischen“ Alltag. Sind die Kinder in der Schule, kann ich Mailanfragen beantworten, oder Texte schreiben – die Fotos shoote ich meist nachmittags wegen des besseren Lichts. Bildbearbeitung findet oft auf dem Sofa mit einer Tasse Tee und Musik im Hintergrund statt. Das ist eine entspannende Tätigkeit für mich. Aber da Bloggen aus so vielen unterschiedlichen Aspekten besteht, und so sehr in den Alltag integriert ist, sieht jeder Tag eben etwas anders aus.

SCHWABEN-MOM: Die „Liebesbotschaft“ lebt auch von ihren wunderschönen, außergewöhnlichen Fotos. Machst Du die Bilder selber oder sind die vom Profi?

Joanna: Die Fotos stammen alle von mir – außer natürlich, wenn ich selbst drauf bin – die macht meist ein Familienmitglied, das gerade in der Nähe ist und Lust dazu hat.

SCHWABEN-MOM: Kannst Du von Deinem Blog leben?

Joanna: Ja, und das ist ein großes Privileg, denn in Deutschland ist das leider noch eher die Ausnahme.

SCHWABEN-MOM: In Deinem Blog steckt viel Liebe zum Detail – erlesener Geschmack und Kreativität. Wovon lässt Du Dich inspirieren?

Joanna: Danke für das liebe Kompliment! Ich glaube, wenn man Schönes liebt, dann lässt sich das selten auf nur einen Lebensbereich begrenzen: Es ist einfach ein genereller Sinn für Ästhetik, der es einem ganz einfach macht, auch die Details hübsch zu gestalten. Eine große Quelle der Inspiration ist der Alltag mit meinen Kindern, denn sie haben oft die verrücktesten Ideen (zum Beispiel, nach Kalifornien zu ziehen), bringen mich ständig zum Lachen, und ich bin die meiste Zeit mit ihnen zusammen. Ich blogge sehr viel Persönliches, also kommt die Inspiration direkt aus dem Leben.

SCHWABEN-MOM: Auftanken, loslassen – wie gelingt Dir das nach einem langen Tag am besten?

Joanna: Das lässt sich etwas schwer beschreiben, aber ich brauche nicht „aufzutanken“ im klassischen Sinne – wobei das mit Sicherheit auch ein bisschen am Alter der Kinder liegt. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie anstrengend es war, als sie kleiner waren! Jetzt aber bin ich nicht mehr für alles zuständig, und habe nicht mehr das Gefühl, dass „jeder ständig was von mir will“ – was schon mal gerne vorkommt mit drei Kleinkindern. Und ich gestalte meinen Tag so, dass er erfüllend und nicht stressig ist – und freue mich an jeder Sekunde. Im Winter tauche ich gerne in der Badewanne unter, im Sommer liebe ich Abende am See – das ist der perfekte Abschluss eines schönen Tages für mich.

SCHWABEN-MOM: Du hast drei Kinder. Wie viel Zeit ist für Familie?

Joanna: Der Großteil meiner Zeit gehört definitiv nach wie vor der Familie, wobei meine älteste Tochter bereits seit einem Jahr in Berlin lebt, und die beiden anderen Teenager sind. Ich nehme mir deshalb bewusst mindestens einmal in der Woche nachmittags Zeit für die beiden, und gehe mit ihnen ins Museum, in ein Cafe, eine Galerie, ins Kino, an den See, ins Schloss – neben der üblichen Dinge, die man „für die Kinder“ macht, wie kochen, hin- und herumkutschieren, und sie zehn Mal genervt daran erinnert, dass sie die nassen Handtücher vom Fußboden aufheben sollen. Mir ist so sehr bewusst, wie kurz die Zeitspanne ist, in der sie noch bei mir sind, und deshalb wertschätze ich diese ganz besonders.

SCHWABEN-MOM: Du hast mit Deiner Familie für einige Zeit im sonnigen Kalifornien gewohnt. Was habt Ihr dort gemacht? Was hast Du am meisten vermisst?

Joanna: Nachdem unsere alte Wohnung aufgrund von Eigenbedarf gekündigt wurde, und es absehbar war, dass eine neue Bleibe nicht rechtzeitig fertig gestellt werden würde, haben wir spontan beschlossen, die Übergangszeit an einem der schönsten Orte zu verbringen, die nur möglich waren – einem Ort, an dem die Kinder täglich surfen und mühelos ihr Englisch aufbessern können. Ursprünglich war etwa ein halbes Jahr geplant, nun sind wir schon eher zurück und haben uns vor allem auf die Freunde und Familie gefreut. Außer ihnen habe ich absolut nichts vermisst .

SCHWABEN-MOM: Gemeinsame Familienzeit – wo in der Region Stuttgart habt Ihr sie, als Ihr hier noch gewohnt habt, am liebsten verbracht?

Joanna: Wir waren überall zu finden, wo es schön ist – machten Picknick am Schloss Solitude, im Favoritepark in Ludwigsburg oder am See, besuchten sämtliche Museen und Ausstellungen, oder saßen einfach abends im Teehaus und schauten zu, wie die Nacht über Stuttgart hereinbrach. Ist ein Ort besonders schön, dann blogge ich darüber und gebe persönliche Tipps für meine Leser.

SCHWABEN-MOM: Was ist für Dich das Schönste am Mamasein?

Joanna: Der enorme Input, den man in das Leben eines Menschen hineinlegt – das ist eine der großartigsten Berufungen und Lebensaufgaben, die es überhaupt gibt – und gleichzeitig die Möglichkeit, selbst mit ihnen noch mal Kind sein zu dürfen, und so viel Spaß zu haben, wie es nur möglich ist!

Weitere Infos:

www.liebesbotschaft.blogspot.de

Foto: © Noelle Goetz

There are 4 comments for this article
  1. Jenny at 19:51

    Ganz tolles Interview! Ich verfolge Joannas Blog schon so lange und sie überrascht mich immer wieder aufs Neue 🙂
    Liebe Grüße
    Jenny

  2. Vera at 21:36

    Was für ein schönes Interview!!! Joanna ist einfach immer bezaubernd und so erfrischend positiv.

  3. Edith at 22:33

    ..so ein Luxusleben..was mache ich anders als Joannna..liegt es daran,das ich nicht fest genug daran glaube alles wird gut,irgend einer wird alles für mich regeln..wenn ich nur fest daran glaube…
    Nun ja,ich kann es ja auch einmal ausprobieren,vielleicht klappt es ja.
    L.G.Edith.

    • Chiara at 19:11

      Liebe Edith,
      irgendwann bin ich auch auf diesen Blog gestoßen. Alles sehr nett, schöne Bilder und nette Nachrichten, aber die ständige Werbung für alle mögliche Produkte empfand ich dann doch als rein kommerziell. Ich möchte gar nicht ständig kaufen, sondern mich auf das Wesentliche beschränken.
      Die wahre Botschaft ist, dass Johanna ihr hübsches Aussehen und das ihrer Kinder gut zu vermarkten weiß. Das ist ihr gutes Recht – mit Liebesbotschaft hat das rein gar nichts zu tun.
      Viele Andere machen das auch und können gut davon leben.
      Ich denke, wir sollten immer schön kritisch bleiben.