Auf Schulmaterialien-Shoppingtrip – der reinste Wahnsinn

Auf Schulmaterialien-Shoppingtrip – der reinste Wahnsinn

Ich war vergange Woche bei Müller. Ihr kennt ja sicher alle Müller, oder? Normalerweise steht man sich da die Beine in den Bauch, während die Kinder sich nicht entscheiden können, welche Nerf, welches Legoteil oder welche CD sie sich nun von ihrem Gutschein kaufen sollen. Heute habe ich auch sehr viel Zeit bei Müller verbracht – ich musste nämlich die Schulmaterialien für meinen Erstklässler einkaufen. Ich muss dazu sagen: Ich bin keine Anfängerin auf diesem Gebiet – ich mache das Geschäft jetzt schon seit drei Jahren. Aber es ist jedes Jahr aufs Neue eine riesige Prozedur!

Zu meiner Schulzeit gab es vier Hefte für vier Fächer. Ganz einfach! Ja, da könnte man fast wehmütig werden nach dieser Zeit, in der vieles noch so schön unkompliziert war.

Eine ganze Stunde habe ich gebraucht, um die gefühlten hundert Hefte (A4 blanko, A4 groß kariert, A4 liniert, A5 quer mit Häuschen, A4 quer mit Häuschen …) und weitere Utensilien (Wassermalfarben aber mit Karminrot nicht mit Zinoberrot!, Folienstift – non permanent, fein, Karteikarten A8 blanko in blau …). Fünf andere Mütter tingelten um mich herum – solidarisch halfen wir uns. „Ja, die blaue Schere ist für Rechtshänder, die gelbe für Linkshänder.“ Oder: „Hier A4, blanko, ich hab’s. Aber findest Du kariert, perforiert mit Rand gelocht?“ „Ja, hier! 16 oder 32 Seiten?“ Der reinste Wahnsinn!

Ich frage mich: Wer braucht eigentlich in der ersten Klasse sieben Hefte in Deutsch? Wenn wir da schon kaum durchsteigen, wie sollen das dann die Kinder begreifen? Und wer soll das eigentlich alles bezahlen? Und überhaupt: Werden die Hefte nicht nachher alle halbleer weggeworfen?

Okay, die Schule fängt heute erst an. Und ich will mich nicht schon jetzt aufregen – das Schuljahr ist ja noch lang …

SCHWABEN-MOM-Bloggerin Annika schreibt unter Pseudonym über ihre Gedanken, Sorgen, Freuden und ihren Ärger im alltäglichen Mutter-Dasein in der SCHWABEN-MOM-Kolumne. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart.

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Foto: © Tanja / www.fotolia.com