Willkommen im Mütterclub

Willkommen im Mütterclub

Sobald Du ein Kind hast, bist Du im Club. Im Mütterclub! Unter Müttern herrscht eine absolute Solidarität. Das ist toll! Und ja, wir brauchen uns alle doch so sehr. Ein Kind bekommt einen Tobsuchtsanfall auf dem Spielplatz, weil alle Reiswaffeln aufgegessen sind? Wir Mütter rennen sofort verständnisvoll zur überforderten Kollegin und bieten ihr unsere Reiswaffeln an. Wir geben ihr auch unseren übrig gebliebenen Bagger, wenn sich ihr Kind gerade mit einem anderen um den Bagger kloppt. Wir verleihen auch unsere Stilleinlagen und Schnuller – im Notfall.

Keiner versteht uns besser, wenn wir wieder mal keinen Schlaf finden können, wochenlang zu Hause den Koller bekommen in den kranken Wintertagen. Wir nicken verständnisvoll, wenn es eine Mutter noch schlimmer erwischt hat als die andere. Ja, Mütter können so liebenswert und verständnisvoll sein. Wir brauchen sie so sehr, um zwischendurch auf dem Spielplatz mal wieder „normale Gespräche“ zu führen und uns auszuweinen im anstrengenden Alltag namens Wahnsinn.

Aber ganz ehrlich: Unter uns Müttern kann es auch manchmal ganz schön anstrengend sein, oder? Manchmal erinnert es ein bisschen an die Konkurrenzkämpfe und Zickenkriege mit der besten Freundin – damals in der siebten Klasse. Es sind nur andere Themen: Welches Kind schläft besser durch, ist hübscher, kuscheliger, besser erzogen, hat die besseren Schulnoten, die Gymnasialempfehlung? Welche Mama hat die bessere Figur schon sechs Wochen nach der Geburt? Welche geht trotz 80-Prozentstelle und ohne Großeltern vor Ort noch jeden zweiten Tag joggen und freitags zum Yoga? Und wenn sich die Kinder dann mal streiten kann es zur höchsten Eskalationsstufe kommen – zur Kündigung der Freundschaft. So wie damals, wenn sich der Traumtyp in die beste Freundin verliebt hat. Es geht halt nichts über die Liebe zum eigenen Kind.

Da sehnt man sich manchmal heimlich nach mehr Vätern auf den Spielplätzen, beim Weihnachtskekse backen im Kindergarten und beim Elternabend in der Schule. Papas, wir lieben Eure Unkompliziertheit, Eure Distanz und Euren Humor! Mit Euch darf es auf dem Spielplatz auch mal etwas wilder zugehen, sind die Plätzchen nicht ganz so perfekt dekoriert und die Elternabende kürzer. Das tut zwischen so vielen Übermuttis uns allen auch mal ganz gut.

Aber dieses ganz tiefe Verständnis und dieses „Ich weiß genau was Du meinst“ – das gibt es nun mal nur unter uns Mamas. Also, freuen wir uns, dass wir uns haben! Und machen wir uns manchmal einfach locker: Immerhin haben wir alle das größte Glück der Welt!

SCHWABEN-MOM-Bloggerin Annika schreibt unter Pseudonym über ihre Gedanken, Sorgen, Freuden und ihren Ärger im alltäglichen Mutter-Dasein in der SCHWABEN-MOM-Kolumne. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart.

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