Die Supermom, die Lässige, die Ökomama: Kennt Ihr diese Muttertypen?

Die Supermom, die Lässige, die Ökomama: Kennt Ihr diese Muttertypen?

Das Leben ist bunt. Das kann man immer sehr schön beobachten, wenn man beispielsweise einen Nachmittag auf einem Spielplatz verbringt. Oder wenn sich die Kinder plötzlich mit Kindern verabreden, mit deren Eltern man im wahren Leben nicht mal ein Kochrezept ausgetauscht hätte. Das ist das Schöne: Als Eltern begegnet man plötzlich Menschen, die andere Dinge tun, denken und sagen. Das öffnet und macht uns toleranter. Aber es kann manchmal auch ganz schön nervig sein.

Welche Muttertypen gibt es? Welchen Typ erkennt Ihr wieder? SCHWABEN-MOM Bloggerin Annika  hat sich in Stuttgart und der Region für Euch umgeschaut und so manche Stereotype entdeckt, die sie Euch nicht vorenthalten möchte und die euch sicherlich bekannt vorkommen:

1. Die Autoritäre:

Sie hält sich eigentlich für eine moderne Mutter, ist aber ganz vom alten Schlag. Wahrscheinlich spult sie das ganze Programm ab, das sie selber schon als Kind nicht hören wollte. Auf dem Spielplatz hört man sie besonders häufig bis zehn Zählen – gerne auch rückwärts. Und wenn die Kinder bei null oder zehn nicht parieren, dann gibt es aber ein „ordentliches Donnerwetter“. Die Drohung ist ihre größte Waffe und die setzt sie inflationär ein, wie beispielsweise: Wenn Du jetzt nicht kommst, gibt es heute Abend iPad-Verbot. Oder: Wenn Du jetzt nicht mitmachst, lese ich heute nichts mehr vor. Oder: Wenn Du Dein Mittagessen nicht isst, gibt es keinen Nachtisch. Sie nennt diese Strafen dann „logische Konsequenzen“, weil das pädagogisch gesehen, moderner ist. Die Autoritäre hat selbst eine enorm geringe Frustrationstoleranz – auch anderen Kindern gegenüber. Mütter mit etwas lässigerem Erziehungsstil sind für sie ein Feindbild. Ihr Motto: Immer schön konsequent bleiben, oder 1, 2, 3, … es setzt was.

2. Die Ökomama:

Ihr Refugium ist der dm-Markt und der Bioladen. Da geht sie täglich einkaufen. Sie hat immer ein Paket Bio-Reiswaffeln in der Handtasche – natürlich Vollkorn. Und wenn ein anderes Kind auf dem Spielplatz weint, werden die Wunderwaffeln gerne als Trost angeboten. Die Reiswaffel gibt ihr einfach das Gefühl, alles richtig zu machen in Sachen Ernährung. Aber mal ganz ehrlich: Habt Ihr diese widerlichen, trockenen Dinger schon mal probiert? Wenn das Kind nicht guckt, stopft sich die Reiswaffelmama auch selber gerne mal einen oder zwei Schokoriegel hinein. Dieser Moment ist der sympathischste an ihr. Wichtig ist bei der Kinderernährung aber der gänzliche Verzicht auf Zucker in jeglicher Form. Denn Zucker ist für sie das Babygift Nummer eins. In der Erziehung legt sie großen Wert auf Empathie und verhält sich stets politisch korrekt auf den Spielplätzen. Sie spricht betont ruhig mit ihrem Kind und diskutiert über jeden Pups – in einer Sprache, die das Kind noch gar nicht verstehen kann. Gerne mischt sie sich in Konflikte der Kinder ein, wenn beispielsweise ihr Kind einem anderen Kind den Bagger oder die Puppe nicht geben möchte. Das kann sie gar nicht aushalten – da muss sofort argumentativ Überzeugungsarbeit geleistet werden. Barbie und Laserschwerter findet man in den Kinderzimmern ihrer Kinder nicht, dafür besonders kluges Holzspielzeug.

3. Die Vollblutmama

Die Vollblutmama hat natürlich ein Foto von ihrem Baby auf ihrem Handy, der Klingelton ist ein niedlicher Gluckser ihres kleinen Schätzchens. Sie liebt kitschige Mama-Poesiealbumsprüche, die tief unter die Haut gehen. Sie geht in ihrer Mamarolle voll und ganz auf. Für sie gibt es nur noch ein Thema: das Kind. Sie kennt sich mit jedem Baby-Equipment super aus, ist bestens ausgestattet und besorgt auf der Tupperparty noch die fehlenden Utensilien für den Babybrei zum Zubereiten, Warmhalten und Abkühlen lassen. Auf der Heckscheibe ihrer Familienkutsche kleben die Namen ihrer Kinder. Ihre Kinder gibt sie erst mit frühestens drei Jahren in den Kindergarten – alles andere hält sie für Verwahrlosung. Im Kindergarten übernimmt die Vollblutmama gerne den Elternbeirat und organisiert Kindergartenfeste mit einer Akribie und Perfektion wie andere ein Firmenevent. Und ihre selbstgebackenen Hefezöpfe sind einfach die besten. Sie nennt ihre Kinder nie beim Namen, sondern gibt ihnen hübsche Kosenamen wie Bärchen, Mausi und Schätzle. Dabei sind Sprache und Stimme immer auf Babymodus eingestellt. Auch ihren Mann nennt sie schon gerne mal Papilein.

4. Die Businessmama

Ohne Ihr Smartphone würde die Familienorganisation komplett zusammen brechen. Dort verwaltet sie alle Termine – geschäftlich und privat. Sie läuft den ganzen Tag im to-go-Modus. Nach dem sie top-gestylt im Businessoutfit ihre Kinder Punkt sieben Uhr in der Kita abgegeben hat, holt sie sich noch schnell einen Coffee-to-go und dann geht es zur Arbeit. Sie arbeitet mindestens 100 Prozent und hat meistens noch eine Kinderfrau zu Hause. Ihre Kinder werden während Telefonkonferenzen im Home-Office, auch gerne mal mit Smartphone, TV oder iPad abgespeist – Hauptsache sie stören beim wichtigen Business nicht. Zu den Elternabenden kommt sie meistens total zu spät. Ihre Kinder werden im Kindergarten meistens als letzte abgeholt. Kuchenbacken für Kindergartenfeste ist für sie ein Graus – maximal Dr. Oetker. Ansonsten werden Kuchen, Hefezopf & Co. beim besten Bäcker der Stadt gekauft. Für fleißig backende Mütter und Mamas, die ihre Kinder zum Mittagessen aus der Kita abholen hat sie wenig übrig. Ihre Kindergeburtstage werden von Event-Agenturen organisiert. Und wenn sie mal Zeit für ihre Kinder hat, dann schläft sie beim Vorlesen meistens ein.

5. Die Lässige

Sie bringt andere Mütter zur Weißglut! Ihre Kinder dürfen alles und kennen keinerlei Grenzen. Bei ihr Zuhause dürfen die Wände angemalt werden und darf in den Betten getobt und gegessen werden. Die Kinderzimmer in ihrer Wohnung sind ein einziges Chaos mit Messie-Charme. Wenn man mit ihr und ihren Kindern unterwegs ist, fühlt man sich selbst total verkrampft und wie ein spießiger Spielverderber. Auch in Sachen Aufsichtspflicht ist diese Mutter eine Zumutung. Während wir in höchster Alarmbereitschaft ticken, wenn die Kinder auf der Straße spielen, kleine Legoteile in den Mund stecken oder am Herd herumspielen, lässt sich die lässige Mama nicht aus der Ruhe bringen. Schlürft weiter an ihrer Latte Macchiato und ist vertieft in Gesprächen mit anderen Müttern. Das Verrückte dabei ist: Es passiert trotzdem nie etwas, ihre Kinder sind total selbstständig und autonom und haben eine ganz entspannte Mama.

6. Die Supermom

Täglich führt sie uns unsere Unzulänglichkeiten vor und steckt damit ihren Finger ganz tief in unsere Wunden. An ihr scheint einfach alles perfekt: Sie hat gleich nach der Schwangerschaft wieder eine Top-Figur, sie macht auch mit Kindern weiterhin Karriere und kümmert sich in jeder freien Minute mit absoluter Hingabe um ihre Kinder. Dabei wirkt sie tiefenentspannt und ihre Kinder auch. Auch nach durchwachten Nächten sieht sie top aus. Sie kocht immer frisch und biologisch und bietet ihren Kindern ein hohes Maß an Bildung. Sie macht jede Woche Sport, trifft sich mit ihren Freundinnen und geht regelmäßig mit ihrem Mann aus. Sie hat eine extrem hohe Frustrationstoleranz und behält auch in den chaotischsten Momenten einen kühlen Kopf. Auch die Beziehung zu ihrem Mann strahlt absolute Harmonie aus. Wir suchen verzweifelt nach Angriffsflächen, können sie aber einfach nicht finden.

SCHWABEN-MOM-Bloggerin Annika schreibt unter Pseudonym über ihre Gedanken, Sorgen, Freuden und ihren Ärger im alltäglichen Mutter-Dasein in der SCHWABEN-MOM-Kolumne. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart.

Möchtest Du auch aus Deinem Leben als Mutter berichten? Wir freuen uns auf Deine Gast-Kolumne! Schreibe uns einfach an mail@schwaben-mom.de.