Bloggerin Jaime: „Ich bin die fieseste Mutter der Welt“

Bloggerin Jaime: „Ich bin die fieseste Mutter der Welt“

Mit ihrem fiesen Verhalten gegenüber ihren drei Kindern (fünf, sieben und acht Jahre) erregt die amerikanische Mama-Bloggerin Jaime Sullivan diese Woche großes Aufsehen im Netz. In einem Video auf ihrer Facebookseite erzählt sie ganz offen und ehrlich, warum sie die fieseste Mutter der Welt sei.

Die Geschichte geht so: Jaime verbringt mit ihren Kindern einen wunderschönen Sonntag. Nach dem Besuch eines Kindergeburtstags und eines Fußballspiels ihrer Tochter Charlie, gibt es zum krönenden Abschluss des Tages für alle drei Kinder noch ein Eis. Fünf Minuten müssen sie warten bis sie in der Eisdiele an der Reihe sind. Dann bekommt jedes der drei Kinder von einer jungen Eisverkäuferin das ersehnte Eis. Doch zum Entsetzen der Mutter schaut keines der Kinder der jungen Verkäuferin in die Augen und bedankt sich. Jaime zählt leise bis zehn. Dann kommt es bei der jungen Mutter zu einer krassen Reaktion: Sie schnappt sich die drei Eisbecher und schmeißt sie in die Mülltonne. Die Kinder brechen in hysterisches Gebrüll aus.

Dann erklärt ihnen Jaime, dass sie vielleicht auch mal einen ähnlichen Job haben. Und dass sie hoffe, dass sich die Leute dann bei ihnen bedanken. Auch mit fünf, sieben und acht Jahren seien sie alt genug für Manieren und Anstand.

Über eine Million Klicks hat das Video mittlerweile erhalten und über 14.000 Likes. Für diese ehrliche und offene Botschaft gab es erstaunlicherweise viele positive Kommentare. Aber führen Bestrafungen dieser Art wirklich zum Ziel?

SCHWABEN-MOM fragt die zweifache Mutter und Psychologin Janina Glatz aus Stuttgart. „Die Reaktion der Mutter ist sicherlich mutig und authentisch und in der Klarheit nicht häufig anzutreffen. Das erklärt die vielen positiven Reaktionen. Schade, dass sie durch diesen Akt der Bestrafung ihren Kinder nicht wirklich das Leben und Miteinander lehren konnte. Ob ihre Botschaft hinter der Handlung bei ihren Kindern ankam, ist fraglich. Ich gehe davon aus, dass keiner der Beteiligten – nach dem eigentlich so schönen Tag – zufrieden und glücklich ins Bett ging. Glaubwürdige Vorbilder, die zeigen wie man sich selbst gegenüber anderen Menschen verhält und über das Miteinander denkt, lassen Kinder vielmehr für das eigene Leben lernen“, sagt Janina.

Vielleicht ist Jaimes Videobotschaft auch nur eine billige PR-Kampagne, um auf sich aufmerksam zu machen. Denn: Die dreifache Mutter ist vom Beruf PR-Managerin. Dann wäre sie allerdings in puncto Manieren und Anstand kein gutes Vorbild für ihre Kinder.