Kinderfreundliches Deutschland? Bußgeld für Kreidemalerei auf der Straße

Kinderfreundliches Deutschland? Bußgeld für Kreidemalerei auf der Straße

Wie kinderfreundlich ist eigentlich unser Land? Diese Woche ging eine unglaubliche Meldung durch die deutsche Presselandschaft, die uns Eltern an der deutschen Kinderfreundlichkeit doch stark zweifeln lassen. Die siebenjährige Maya-Juna aus Neuruppin in Brandenburg freute sich auf Besuch an Himmelfahrt und malte mit bunter Kreide drei Parkbuchten auf eine verkehrsberuhigte Spielstraße vor ihrem Wohnhaus – gekennzeichnet mit einem P wie Parkplatz.

Doch das Ordnungsamt gefiel diese schöne Idee überhaupt nicht: Sie leitete ein Bußgeldverfahren ein. Denn: Laut Paragraf vier der Stadtordnung sei das Bemalen und Besprühen von Straßen verboten. Die Eltern erhielten kurze Zeit später einen Brief, in dem sie aufgefordert wurden, die Malerei zu beseitigen oder die Kosten für eine Reinigung zu übernehmen. Daraufhin reinigte die Oma von Maya-Juna die Straße mit einem Gartenschlauch. In nur wenigen Minuten war alles wieder weg.

Gestern wurde in den Medien bekannt, dass das Bußgeldverfahren nach erneuter Prüfung des Ordnungsamts eingestellt wurde. Möglicherweise war die Empörung in der Gesellschaft zu groß. Oder die Beamten haben festgestellt, dass sich Kreide kinderleicht wieder von der Straße entfernen lässt und die neuen Parkbuchten keine wirkliche Gefahr für Falschparker darstellt.

Traurige Bürokratie, trauriges Deutschland. Freuen wir uns doch einfach über glückliche Kinder, die sich im digitalen Zeitalter unter der permanenten Beobachtung von Helikopter-Eltern noch mit der guten alten Straßenkreide ganz alleine draußen beschäftigen können.