Rushhour des Lebens: junge Eltern müssen entlastet werden

Rushhour des Lebens: junge Eltern müssen entlastet werden

Eltern mit Kindern befinden sich in der Rushhour des Lebens. Eine aktuelle Analyse, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) auf Basis der Zeitverwendungserhebung erstellt hat, zeigt: Mütter von zwei Kindern, von denen das jüngere noch nicht schulpflichtig ist, wenden für Haushalt und Beruf im Schnitt etwa 61 Wochenstunden auf. Das gleicht dem Arbeitspensum eines Top-Managers. Diese setzen sich zusammen aus Tätigkeiten im Haushalt (23 Stunden) und der Kinderbetreuung (17) sowie aus Erwerbsarbeit (15) und dem Pendeln (7).

Daraus geht weiter hervor, dass sich mit zunehmendem Alter der Kinder die aufgewendete Zeit auf etwa 56 Wochenstunden reduziert. Zwar nimmt der Aufwand für die Kinderbetreuung deutlich ab, gleichzeitig steigt aber der Zeitbedarf durch den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Wenn die Kinder volljährig sind, sinkt die Wochenarbeitszeit spürbar ab.

Bei Männern verhält sich die Zeitverwendung im Lebensverlauf übrigens recht ähnlich, allerdings sind die einzelnen Tätigkeiten unterschiedlich gewichtet: So verbringen Männer deutlich weniger Zeit für Kinderbetreuung und Haushalt als Frauen. Im Gegensatz arbeiten sie pro Woche doppelt so lang im Beruf und bleiben auch im Lebensverlauf länger erwerbstätig.

Über das gesamte Erwerbsleben hinweg gesehen ist die Arbeitsbelastung gerade von uns Müttern sehr ungleich verteilt. Flexiblere Lösungen sind notwendig: „Eltern mit Kleinkindern befinden sich in der Rushhour des Lebens. In dieser Phase sollte sich die Arbeitszeit stärker dem Familienzyklus anpassen, sodass Väter und Mütter zeitlich entlastet werden“, schlägt Dr. Martin Bujard vom BiB vor. Wenn die Kinder erwachsen und ausgezogen sind, arbeiten viele Frauen hingegen nur in Teilzeit und finden oftmals keine Beschäftigung, die ihrer Qualifikation entspricht.