Regretting Parenthood: Ein Fünftel der Eltern würden sich heute gegen Kinder entscheiden

Regretting Parenthood: Ein Fünftel der Eltern würden sich heute gegen Kinder entscheiden

Seit vergangenem Jahr gibt es eine polarisierende und hitzige Debatte zum Thema Regretting Motherhood, die sich bis heute durch die Medien und sozialen Netzwerke zieht. Ein Begriff, der scheinbar ein Tabu bricht. Es geht dabei um Mütter, die es offen bereuen jemals Mutter geworden zu sein. Eine israelische Soziologin befragte Mütter, ob sie mit ihrem heutigen Wissen und ihren Erfahrungen noch mal Kinder bekommen würden. Das Ergebnis: Nicht wenige Mütter bereuen es, diese Entscheidung getroffen zu haben. Seitdem kommen immer wieder Mütter zu Wort, denen es genauso ergeht.

Seit dieser Woche gibt es eine neue Studie des Online-Marktforschungsunternehmens youGov. Hier wurden 2.045 Personen im Zeitraum vom 15. bis 17. Juni 2016 repräsentativ für die YouGov-Studie „Regretting Parenthood“ befragt. Die Studie zeigt, dass es nicht nur einige Mütter bereuen, Kinder bekommen zu haben, sondern auch viele Väter. Das Ergebnis ist erschreckend: 19 Prozent der Mütter und 20 Prozent der Väter würden auf Nachfrage keine Kinder mehr bekommen wollen, wenn sie sich heute noch einmal entscheiden müssten. Das ist ein Fünftel der befragten Eltern! Obwohl 95 Prozent der befragten Eltern ihre Kinder lieben.

Einer der Hauptgründe für dieses Ergebnis: Zwei Drittel der befragten Eltern beklagen fehlende Betreuungsmöglichkeiten. Bei den Eltern, die sich heute gegen Kinder entscheiden würden, kritisieren das sogar 74 Prozent der Eltern. Auch die Karriere ist ein entscheidender Faktor: 44 Prozent der Mütter und 20 Prozent der Väter meinen, dass ihre Karriere ohne Kinder erfolgreicher verlaufen wäre. Bei den Eltern, die auf Kinder lieber verzichten würden, sind es sogar 60 Prozent. 52 Prozent aller befragten Mütter und Väter geben an, dass es Momente im Leben als Eltern gab, in denen sie sich in ihrer persönlichen Entfaltung eingeschränkt fühlten. 54 Prozent der Eltern können gut verstehen, dass es Mütter gibt, die ihre Mutterschaft bereuen.

Natürlich wären wir alle gerne öfter wieder alleine auf der Toilette, würden gerne mal wieder vier Stunden am Stück schlafen, keinen verplemperten Kakao aufwischen, sondern morgens lieber gemütlich im Bett frühstücken. Aber gehört die persönliche Einschränkung nicht irgendwie dazu? Wir wissen doch wofür wir es tun. Für eine neue Generation, die selbstbewusst und gesund heranwachsen kann. Auch das ist persönliche Entfaltung. Und: Kein kinderloses Paar kann ein freies Wochenende, einen ruhigen Moment, einen kurzen Stadtbummel zu zweit so genießen, wie wir Eltern. Auch in der Reduzierung kann eine große Erfüllung liegen.

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