Plastische Gesichtschirurgin und Mutter Susanne Pioch: „Dass die Menschen mir das Vertrauen schenken, macht mich sehr dankbar.“

Plastische Gesichtschirurgin und Mutter Susanne Pioch: „Dass die Menschen mir das Vertrauen schenken, macht mich sehr dankbar.“

Dr. Susanne Pioch (49) ist HNO-Ärztin und Plastische Chirurgin. Ihr Spezialgebiet: das Gesicht. Sie hat ihr Handwerk bei einem der weltweit renommiertesten Plastischen Gesichtschirurgen, Professor Wolfgang Gubisch, am Marienhospital in Stuttgart gelernt. Seit zwei Jahren führt sie ihre eigene Praxis auf dem Killesberg und parallel eine zweite HNO-Praxis in Stuttgart- Zuffenhausen. Die gebürtige Norddeutsche lebt seit 2004 in Stuttgart. Sie wohnt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen (neun und sieben Jahre) in der Stadt. Sie ist „nordish by nature“: schnell, agil, zielstrebig und sie spricht Klartext! Bei ihr gibt es keinen Stillstand. Im Interview mit SCHWABEN-MOM – zwischen Frühstück und Sprechstunde – erzählt sie, was das Faszinierende an der Plastischen Chirurgie ist, wie sie ihren Alltag zwischen Sprechstunden und Elternabenden meistert und wie sie ab und zu entspannt.

SCHWABEN-MOM: Du bist HNO-Ärztin und Plastische Chirurgin. Was ist das Schönste für Dich an Deinem Beruf?

Susanne: Ich habe in meinem Beruf mit allen Menschen jeglicher Couleur zu tun: Menschen mit ganz unterschiedlichen Berufen, verschiedener Herkunft und Nationalitäten, Kinder und Erwachsene. Ich sehe nur den Menschen in meiner Praxis vor mir und da sind für mich alle gleich. Das gefällt mir. Was mich besonders freut ist, dass die Menschen einem das Vertrauen schenken, dass man für sie etwas Gutes erreichen und ihnen helfen kann. Dafür bin ich sehr dankbar. So entstehen auch manchmal wertvolle, persönliche Beziehungen.

SCHWABEN-MOM: Du hast in der Babyphase Deiner beiden Söhne die zweite Facharztausbildung zur Plastischen Chirurgin gemacht. Wie hast Du das geschafft?

Susanne: Ich glaube, am Wichtigsten war meine große Begeisterung für die Sache, so dass ich genug Beharrlichkeit aufbringen konnte, auch teils sehr anstrengende Phasen zu überbrücken. Denn es braucht einfach viel Energie, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Und es braucht einen Chef und Kollegen, die dem Rechnung tragen. Zumindest in Teilphasen meiner Ausbildung kam mir dieses zugute. Das heißt, man muss versuchen sich ein Umfeld zu schaffen, in dem das Ziel auch von anderen Personen (Chef, Kollegen, Partner, Kinderbetreuung, Familie und Freunden) getragen wird.

SCHWABEN-MOM: Plastische Chirurgie ist tendenziell eher eine Männerdomäne. Wie setzt man sich als Frau und „sogar“ als Mutter da durch?

Susanne: Das ist sicherlich nicht immer ganz einfach, auch ohne „Familienanhang“. Als Mutter wird es dann noch anspruchsvoller. Teilzeitmodelle sind im Krankenhaus problematisch, aber auch Wochenenddienste und Nachtschichten sind mit Familie schwierig. In den Kliniken in Deutschland herrschen immer noch teils sehr hierarchische Strukturen. Das ist in anderen Ländern deutlich besser. Man muss sich Bereiche suchen, die man möglichst alleine abdeckt, um sich unverzichtbar zu machen. Das geht nur über Qualifikation. Und Du musst Dir immer treu bleiben, an Dich glauben, aller Widrigkeiten und anderer Meinungen zum Trotz. Dann kannst Du Dir den Respekt der anderen erarbeiten und Dein eigenes Selbstvertrauen aufbauen.

SCHWABEN-MOM: Vor zwei Jahren hast Du Deine eigene Praxis auf der Killesberghöhe eröffnet, parallel führst Du noch eine HNO- Praxis in Stuttgart-Zuffenhausen. Wie organisierst Du Deinen Alltag zwischen Sprechstunden, OPs und Elternabenden?

Susanne: Man muss im Alltag auch mal Fünfe gerade sein lassen. Das allgegenwärtige Streben nach Perfektionismus im privaten Bereich muss in manchen Situationen hinterfragt werden. Aber es stimmt schon. Wenn es darauf ankommt, dann muss alles hundertprozentig funktionieren. Das ist in meinem Beruf natürlich ganz wichtig. Leider habe ich keine Familie vor Ort, so dass ein gutes Mütternetzwerk ganz wichtig ist. Glücklicherweise habe ich aber auch eine super flexible „Zweitmama“ für meine Jungs, so dass ich bei der Arbeit völlig abschalten kann. Da wir sie schon hatten als die Jungs noch Babys waren, ist sie mittlerweile völlig in die Familie integriert und eine Vertraute, wie auch enge Freundin geworden. Die Kids fühlen das. Das ist wohl auch der Schlüssel dafür, dass die Jungs nicht zu kurz kommen und erstaunlich gut mitziehen.

SCHWABEN-MOM: Plastische Chirurgie beziehungsweise Schönheitschirurgie wird von vielen Menschen kritisch gesehen. Was ist das Faszinierende für Dich an dieser Disziplin?

Susanne: Du siehst relativ umgehend, was Du gemacht und geschafft hast. Und das ist für die Patienten im Regelfall auch so. Wenn bei mir beispielsweise eine junge Frau reinkommt mit einer riesigen Höckernase und einem dadurch schwach ausgeprägten Selbstbewusstsein, und Du machst ihr eine schöne Nase, dann wirst Du bei Gelingen Deiner Arbeit Zeuge einer Transformation im Selbstbewusstsein dieses Menschen. Es ist so schön zu sehen, wenn sich jemand nach „nur“ einer OP viel wohler fühlt in seiner Haut. Da einen Teil beizutragen erfüllt mich. Außerdem kann man seinem eigenen Hang nach harmonischen Formen und Ästhetik nachgehen. Handwerklich etwas Diffiziles erschaffen. Jeden Patienten in seiner Individualität sehen und nichts Künstliches erzeugen, sondern das Schönste aus den Gegebenheiten, aus jedem Gesicht herauszuholen, das finde ich einfach faszinierend. Das gilt natürlich grundsätzlich auch für jegliche andere Bereiche der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie, die ich ja auch während meiner Ausbildung kennenlernen durfte.

SCHWABEN-MOM: Was ist Dein Spezialgebiet? Wen und was verschönerst Du?

Susanne: Mich hat immer das Gesicht eines Menschen fasziniert, weil es Ausdruck der ganz eigenen Individualität ist. So habe ich durch meinen Werdegang das ganz große Glück gehabt, mich auf Plastische Gesichtschirurgie spezialisieren zu dürfen. Das bezieht sich sowohl auf rekonstruktive als auch ästhetische Fragestellungen. Die diffizile, aber damit auch höchst anspruchsvolle Chirurgie der Nase ist da eine besondere Herausforderung. Nasen sind sozusagen die Königsdisziplin der Plastischen Gesichtschirurgie und mein Spezialgebiet. Ich mache aber natürlich auch andere ästhetische Eingriffe, wie Lidkorrekturen, Ohrmuschelkorrekturen, Lifting-Verfahren und nicht operative (Soft-) Lifting Verfahren (Botox/Filler). Alles, womit man ein Gesicht sinnvoll (!) verschönern kann. Ein weiteres Gebiet stellt die Rekonstruktion von Gesichtsstrukturen dar, sei es bei Hauttumorerkrankungen (zum Beispiel Basaliomchirurgie), nach Unfällen, ungünstiger Narbenbildung oder Verbrennungen. Eine sehr schöne Tätigkeit. Die Betroffenen sind oft extrem besorgt um ihr Äußeres, teilweise sogar desillusioniert über ihr zukünftiges, für jeden sichtbares, Aussehen. Man kann diesen Leidensdruck fast immer, zumindest deutlich, mindern. Da fühle ich mich natürlich als Ärztin besonders angesprochen.

SCHWABEN-MOM: Wie kannst Du jenseits des Alltags entspannen?

Susanne: Das hört sich vielleicht etwas pathetisch an, aber mich entspannt meine Arbeit. Ich empfinde das, was ich machen darf wirklich als eine Art „Luxus“. Das heißt, es gibt nicht so richtig einen Alltag und keinen Alltag. Wenn ich Zeit habe, dann liebe ich es, mit meinen Kindern ganz alltägliche Dinge zu tun, die eine für mich so wichtige Bodenständigkeit ausdrücken: Marmelade einkochen, zusammen auf dem Markt einkaufen, gemeinsam kochen, Spiele spielen, in den Wald oder in den schönen Killesberg-Park gehen, Tennis spielen. Sehr schön finde ich es auch, wenn die Jungs von Freunden Besuch bekommen. Ich selbst versuche auch, meine Kontakte in die Heimat und nach Berlin, wo ich studiert habe, aufrecht zu erhalten. Das bedeutet, auch meine langjährigen Freunde regelmäßig zu sehen. Meine Familie und Freunde von früher zu treffen, das ist immer etwas ganz Besonderes für mich, von dem ich sehr lange zehre. Außerdem ist mir einmal in der Woche ein Saunaabend heilig.

SCHWABEN-MOM: Was machst Du in Stuttgart und Umgebung mit Deinem Mann und Deinen beiden Söhnen am liebsten, wenn Du Zeit für Familie hast?

Susanne: Ich spiele gerne Tennis mit den Jungs auf einer schönen Anlage in Waldnähe. Am Wochenende machen wir, so es die Zeit zulässt, gemeinsame Ausflüge als Familie. Wir fahren zum Beispiel sehr gerne in das so genannte Unterland Richtung Heilbronn (Spiegelberg), sowie auch im Sommer und Winter auf die wunderschöne Alb, wo wir nach „Abenteuern“ mit den Kindern in das schöne Ausflugslokal „Der Sommerberg“ in Schopfloch einkehren. Hier komme ich als Norddeutsche besonders auf meine Kosten. Da das Restaurant von einem Landsmann geführt wird (er ist mit einer Schwäbin verheiratet, so wie ich mit einem Schwaben), gibt es dort saisonal immer „lecker Fisch“. Geheimtipp! Und wem es noch nicht eigentümlich genug ist, der bekommt dort sogar einen Friesischen Tee, oder auch einen Grog … Citynah freut uns immer der nahe Wald mit dem Bärenschlösschen. Das mag ich sehr. Da gibt es endlich mal Wasser, das ich hier als Nordlicht natürlich ziemlich vermisse.

SCHWABEN-MOM: Was ist für Dich das Schönste am Mamasein?

Susanne: Mit meinen Jungs abends zusammen im Bett liegen – einer rechts, einer links. Und dann erzählen wir uns vom Tag und lesen Comics. Herrlich!

Weitere Infos:

Kontakt
Dr. Susanne Pioch
Praxis für Plastische Gesichtschirurgie
Am Höhenpark 4 / Ärztehaus
70192 Stuttgart
Mail praxis@dr-pioch.de
Telefon 0711 25976170
Sprechzeiten: montags, dienstags und freitags 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr, weitere Termine nach Absprache

Dr. Susanne Pioch operiert auch regelmäßig in der Dorow Clinic (Klinik für Schönheitschirurgie) in Waldshut-Tiengen.

 

Foto: © Dorow Clinik, Waldshut

There is 1 comment for this article
  1. Abegg at 14:29

    Vielen lieben dank für diesen wunderbaren text über unser schönes Restaurant- das freut uns sehr!
    Auf bald.
    und aller best 🙂
    Das Sommerberg – Team