Walter Sittler: „Wir können Kindern Zuneigung, Anerkennung und Vertrauen auf den Weg mitgeben“

Walter Sittler: „Wir können Kindern Zuneigung, Anerkennung und Vertrauen auf den Weg mitgeben“

Vor einigen Monaten haben wir Walter Sittler in der lustigen Trilogie „Eltern allein zu Haus“ in der ARD gesehen. Dort spielt der 65-jährige Stuttgarter einen schluffigen Hausmann, deren Beziehung nach dem Auszug seiner Tochter ganz schön auf die Probe gestellt wird. Im wahren Leben hat Walter Sittler den Auszug seiner drei erwachsenen Kindern Lea-Marie (28), Benedikt (30) und Jennifer (31) gut verkraftet. „Hauptsächlich wurde es ruhiger im Haus“, erzählt er im SCHWABEN-MOM-Interview. Und somit ist wieder mehr Zeit für weitere gemeinsame Projekte mit seiner Frau Sigrid Klausmann. „199 kleine Helden“ heißt das aktuelle Filmprojekt des Ehepaars und zeigt Kindern in allen Ländern der Welt auf ihrem Schulweg – mit all ihren Wünschen und Träumen für das Leben. SCHWABEN-MOM hat mit Walter Sittler über das Projekt, das Vatersein und über seinen Lieblingsplatz mit der Familie in Stuttgart gesprochen.

SCHWABEN-MOM: Sie sind Vater von drei – mittlerweile erwachsenen – Kindern. Was sind Sie für ein Vater?

Walter Sittler: So richtig beurteilen kann ich es ja nicht, hab auch nicht unter mir gelitten. Ich hoffe, dass ich die Kinder nicht allzu sehr in ihrer Entwicklung gehindert habe.

SCHWABEN-MOM: Heute wird viel über Helikopter-Eltern und Frühförderungswahn diskutiert. Was ist für Sie persönlich das Wichtigste, was man den Kindern mit auf den Weg ins Leben geben kann?

Walter Sittler: Als Eltern können wir ihnen Zuneigung und Anerkennung und Vertrauen auf den Weg mitgeben und dass sie sich mit ihren Eltern in Sicherheit fühlen.

SCHWABEN-MOM: Wie war es, als es plötzlich ruhig Zuhause wurde, als die Kinder nicht mehr da waren? Haben Sie gelitten?

Walter Sittler: Hauptsächlich wurde es ruhiger im Haus, als die Kinder nicht mehr da waren. Gelitten habe ich nicht, denn die Zeit, die wir hatten, war schön und die verschiedenen Wege, die sie eingeschlagen haben, sind sehr spannend.

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Foto: © Ruth Kappus

SCHWABEN-MOM: Gemeinsam mit Ihrer Frau Sigrid Klausmann haben Sie das Filmprojekt „199 kleine Helden“ initiiert unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission. Erzählen Sie uns von diesem Projekt. Worum geht es?

Walter Sittler: Wir porträtieren in diesem Projekt Kinder in allen Ländern der Welt vor dem Hintergrund ihrer oft spannenden Schulwege. Wir wollen erfahren, was die Kinder über die Welt, die Zukunft und ihr Leben denken, was sie bedrückt und was sie ändern würden, wenn sie könnten. Auf diese Weise kann man in kleinen Schritten die Welt kennen und mögen lernen, die anfängliche Fremdheit verschwimmt und man merkt, dass wir alle in einer Welt leben und auf diese und auf die Kinder gut aufpassen müssen, denn die Kinder sind die Zukunft.

SCHWABEN-MOM: Was haben Sie bei „199 kleine Helden“ über Kinder gelernt?

Walter Sittler: Ich habe wieder erfahren, wie stark und aufmerksam Kinder in dem Alter schon sind und wie viel müheloses Verantwortungsgefühl für ihre Umwelt sie haben.

SCHWABEN-MOM: Gab es für Sie einen Platz in Stuttgart und Region, den Sie als Familie besonders geliebt haben?

Walter Sittler: Wir gehen immer gerne an die drei Seen am Bärenschlössle.

SCHWABEN-MOM: Was ist für Sie das Schönste am „Vater sein“?

Walter Sittler: Mit das Schönste ist die Liebe, welche die Kinder ihrem Vater entgegenbringen.

Weitere Infos:

www.199kleinehelden.org

Titelbild: © Steffi Henn / Berlin