Väter-Bashing: Sind Papas wirklich zu faul?

Väter-Bashing: Sind Papas wirklich zu faul?

Eine aktuelle Studie sagt: Unsere Männer stressen uns mehr als unsere Kinder, weil sie einfach zu faul sind. Die Reaktionen auf diese Studie sind eindeutig – viele Mütter sehen sich scheinbar bestätigt. Ich finde das erschreckend. Ich schaue mich um bei meinen Bekannten. Eine Freundin erzählte mir gerade vor ein paar Tagen, dass ihr Mann beim Kaffeebesuch seiner Schwester nicht mal sah, dass Kaffeelöffel auf dem Tisch fehlten. Eine andere Mutter trennte sich frisch von dem Vater ihres Sohnes, weil ihr Ex-Freund seine studentischen Schlafgewohnheiten nicht an die familiäre Situation anpassen konnte. Während der Kleine frühmorgens an der Schlafzimmertür kratzte, befand sich Papa noch in der Tiefschlafphase. Also, musste Mama wieder ran.

Es gibt immer noch Väter, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu ernähren – nicht in finanzieller Hinsicht, sondern was die Zubereitung einer gesunden Mahlzeit angeht. Da stehen die Mamas jedes Wochenende in der Küche, obwohl sie den ganzen Tag arbeiten. Was ist nur los mit den Vätern im 21. Jahrhundert? Oder ist vielleicht alles ganz anders, als wir es wahrnehmen? Eine andere Studie zeigt, dass Mütter einfach nicht loslassen können und ihren Partnern in Sachen Kindererziehung zu wenig zutrauen. Sie übernehmen gerne die Chefrolle, sitzen am Steuer und haben gerne alles unter Kontrolle: was das Kind heute anzieht, was in die Vesperdose kommt, wie das Einschlafritual aussehen soll … Da hat Papa oft nichts zu lachen und vor allem nichts zu melden.

Einige Mütter haben sich schon seit Jahren im Kinderbett nachts eingerichtet, während sich Papa alleine und verlassen im Ehebett herumwälzt. Dann bleibt man da doch auch liegen, wenn das Kind nachts kräht und die Mutter eh danebenliegt, oder? Und übrigens, der Papa mit den vergessenen Teelöffeln, übernimmt dafür die Schulangelegenheiten aller drei Kinder – und das ist eine ganze Menge. Und beim Einkaufen treffe ich ihn auch jedes Wochenende. Und der mit dem Studentenleben bastelt stundenlang tolle Kunstwerke mit seinem Sohn.

Okay, ich möchte mich hier jetzt nicht unbeliebt machen. Aber: Vielleicht sind wir manchmal – also wirklich nur manchmal – auch ein kleines bisschen selber schuld und etwas ungerecht, oder?

SCHWABEN-MOM-Bloggerin Annika schreibt unter Pseudonym über ihre Gedanken, Sorgen, Freuden und ihren Ärger im alltäglichen Mutter-Dasein in der SCHWABEN-MOM-Kolumne. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart.

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