Warum müssen alle immer über uns meckern?

Warum müssen alle immer über uns meckern?

Egal was wir Mütter machen, irgendwas gibt’s immer zu meckern: Steigen wir zügig nach der Geburt unseres Kindes wieder in den Job ein, gelten wir als karrieregeile Rabenmütter, die ihre Kinder um das Urvertrauen bringen. Bleiben wir die ersten drei Jahre Zuhause, um uns ums das Urvertrauen unserer Kinder intensiv zu kümmern, immer da zu sein, dem Mann den Rücken freizuhalten – sind wir das „Heimchen“ am Herd. Spießig, nicht mehr zeitgemäß. Wählen wir den Weg dazwischen – also ein Jahr oder zwei Jahre Zuhause und dann geht es in Teilzeit weiter, haben wir oft die A-Karte gezogen. Denn: Mit Teilzeit lässt sich heute, laut einiger Arbeitgeber, keine Karriere fortsetzen. So wird aus einer früheren Projektmanagerin in Teilzeit schnell eine Projektassistentin.

Auch beim Stillen stehen wir unter strenger Beobachtung von anderen Familienangehörigen und Freunden: Stillst Du zu lange, stößt das auf Unverständnis. „Meinst Du, das ist wirklich noch notwendig? Du musst auch mal loslassen“, bekommen wir zu hören. Stillen wir gar nicht, setzen wir die Gesundheit der Kinder aufs Spiel. Klappt’s mit dem Stillen nicht, sind wir selber schuld. Denn: Wir halsen uns einfach zu viel auf und sind viel zu gestresst. Wie soll das dann auch mit dem Oxytocin klappen?

Weiter geht es mit der Kindererziehung: Wir sind entweder zu streng, zu nachsichtig, zu gutmütig, zu chaotisch, zu ehrgeizig, zu gestresst … Wir sind als Mütter einfach die geniale Projektionsfläche. Das Gemeine an der ganzen Sache: Fast immer stehen die Mütter in der Schusslinie? Wer kritisiert die Väter, wenn sie gleich nach der Geburt wieder arbeiten gehen, keine Elternzeit nehmen oder sie für eine spannende Weltreise nutzen statt den ganzen Vormittag im Schlafanzug alleine das heulende Kind durch die Wohnung zu tragen.

Vielleicht liegt es aber auch an uns, dass es immer etwas zu meckern gibt. Ja, genau. Wir sind auch daran wieder schuld. Wir sollten einfach zu unseren Entscheidungen stehen – ohne schlechtes Gewissen, egal wie wir uns entscheiden. Es ist der richtige Weg! Wir machen uns angreifbar, wenn wir immer mit uns hadern. Wir leisten alle so viel – sind rund um die Uhr beschäftigt, alles unter einen Hut zu bekommen. Und das ist eine tägliche Meisterleistung!

Ja, wir sind echte Alltagsheldinnen. Das muss doch mal gesagt werden. Viele Mütter pfeifen mittlerweile auf familienunfreundliche Arbeitgeber und machen einfach ihr eigenes Ding: Sie gründen einen Verlag, eröffnen einen Kinderladen, starten einen Online-Shop oder gründen ihre eigene Praxis. Lasst Euch nicht reinreden. Macht Euer Ding!

Mamasein ist die erfüllendste, schönste und sinnvollste Aufgabe im Leben. Da gibt es doch eigentlich nichts zu meckern.

SCHWABEN-MOM-Bloggerin Annika schreibt unter Pseudonym über ihre Gedanken, Sorgen, Freuden und ihren Ärger im alltäglichen Mutter-Dasein in der SCHWABEN-MOM-Kolumne. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in Stuttgart.

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