Concept Store Gründerin Heike: „Ich befinde mich immer noch auf Wolke sieben“

Concept Store Gründerin Heike: „Ich befinde mich immer noch auf Wolke sieben“

Als internationale Trainerin war sie für große Konzerne auf der ganzen Welt unterwegs – Asien, Amerika oder Osteuropa. Dann bekam Heike Pissors ihre beiden Söhne Tom (neun Jahre) und Sam (vier Jahre). Die 44-jährige studierte Pädagogin gründete während der Elternzeit eine Krabbelgruppe und engagierte sich für Sprachförderung und Integration in Kindergärten. Die gebürtige Stuttgarterin lebt mit ihrer Familie in Tübingen. Als moderne Mutter vermisset sie in Tübingen einen Kinderladen, der besondere Produkte anbietet – designorientiert, aber auch nachhaltig. Also, machte sie sich selber ans Werk. Ende vergangenen Jahres eröffnete sie ihren eigenen Concept Store TITIWU für Kinder in Tübingen. Ein Laden mit ganz besonderen, feinen und ausgewählten schönen Produkten. Damit hat sie sich einen echten Traum erfüllt und schwebt beruflich und privat gerade auf Wolke sieben.

SCHWABEN-MOM: Vor knapp zwei Monaten hast Du den ersten Concept Store für Kinder in Tübingen eröffnet? Was bietest Du in Deinem Store an?

Heike: Ich hoffe genau das, was meiner Zielgruppe gefällt. Denn ein Concept Store orientiert sich, im Gegensatz zu den üblichen Fachgeschäften, ja genau an den Wünschen der Zielgruppe. Ich versuche mit meinem Concept Store moderne Mütter und ihre Familien zu begeistern, die auf der Suche nach richtig guten Kindersachen sind. Und die, genau wie ich, in Tübingen bisher nicht fündig wurden. Meistens sind es Familien, die design- und lifestyleorientiert sind. In Tübingen sind das aber auch viele Mamas und Papas, die in unserem ‚höher, schneller, weiter Leben‘ die Entschleunigung suchen und sich bewusst für ein Leben ohne Statussymbole entschieden haben. Für diese Familien zählt nicht das Design, sondern vielmehr, woher das Produkt kommt, wie es produziert wurde und welcher Nutzen dahintersteht. Was beide Zielgruppen vereint, ist die Suche nach dem Besonderen. Und ich hoffe, dass sie das in Zukunft bei mir finden. Und finden kann man in meinem Store TITIWU so einiges: Kindermode, die begeistert. Spielsachen, die überzeugen oder Accessoires, die uns berühren – weil es Fairtrade-Produkte sind oder sie im Rahmen sozialer Projekte hergestellt werden. Wichtig ist aber, dass alles, was man bei TITIWU findet, mit viel Liebe und Herz ausgewählt und erprobt wird. Und im Zweifelsfall die Produkte auch durch die harte Schule meiner Jungs Tom und Sam gehen.

SCHWABEN-MOM: Wie kam es zu dieser Gründung? Gibt es in Tübingen keine Kinderläden dieser Art?

Heike: Gute Frage. Nein, in Tübingen gibt es keine Kinderläden dieser Art. Fast unglaublich bei einer Universitätsstadt mit einer so hohen Geburtenrate. (lacht) Und genau diese Tatsache ist der Hauptgrund der Gründung von TITIWU.  Die Idee, einen eigenen Kinderladen zu eröffnen, ist sicherlich der ein oder anderen Mama schon einmal in den Sinn gekommen. Bei mir war es genau vor neun Jahren, als mein erster Sohn Tom auf die Welt kam. Seit dieser Zeit hat mich der Gedanke nicht mehr losgelassen. Vor rund einem Jahr war einfach der richtige Zeitpunkt gekommen. Ich musste mich entscheiden, wie meine berufliche Zukunft nach der Elternzeit mit Sam, meinem zweiten Sohn, aussehen sollte. Und weil der Gedanke schon so lange reifen konnte, war die Entscheidung schnell gefällt.

SCHWABEN-MOM: Du bist noch ganz frisch dabei. Wie sind die ersten Wochen gelaufen?

Heike: Wie eine Achterbahnfahrt! Das Feedback ist durchweg positiv und der Concept Store kommt sehr gut an – genau, wie ich es mir vorgestellt habe. Ein Aber gibt es ja immer: Ich bin mit TITIWU gewollt in die Randlage Tübingens gezogen, um das Konzept optimal verwirklichen zu können. Genau das ist jetzt, in der Anfangsphase, die größte Herausforderung. Ich habe keine Laufkundschaft und so muss der Bekanntheitsgrad von TITIWU über Empfehlungen, Mundpropaganda, Aktionen und Kooperationen oder solche tollen Interviews wachsen. Aber ganz ehrlich: Nach einer so kurzen Zeit bin ich total happy. (lacht)

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SCHWABEN-MOM: Wie vereinbarst Du Deine Selbstständigkeit mit Deinem Familienleben?

Heike: Einfacher als gedacht. Es ist, wie alles im Leben, eine Sache der Organisation.

SCHWABEN-MOM: Hast Du Unterstützung oder nimmst Du die Jungs einfach mit in Deinen Laden?

Heike: Ohne Unterstützung von Freunden und Familie würde es nicht funktionieren. Von Montag bis Donnerstag sind die Jungs ab 17 Uhr bei mir im Store. Tom kommt direkt von der Schule zu mir und Sam wird von einer Freundin vom Kindergarten abgeholt. Bis jetzt finden die Kids das super spannend. Freitags ist dann Oma- und Opa-Tag und das ist auch gut so!

SCHWABEN-MOM: Ist auch die größere Selbstbestimmung ein Grund für Dein Unternehmertum?

Heike: Nein, in der Vergangenheit konnte und musste ich mich immer selber organisieren. Als Trainer und Coach war ich ständig unterwegs und an keinen Standort gebunden. Die Vor-und Nachbereitung der Seminare und Coachings habe ich immer von zu Hause aus gemacht und nur zu Meetings hat sich unser Team getroffen.

SCHWABEN-MOM: Was rätst Du anderen Müttern, die auch gerne ihre Träume von einer Selbstständigkeit verwirklichen möchten?

Heike: Das Leben ist viel zu kurz, um nur davon zu träumen. Deshalb sollte man seinen Traum immer auch leben, sonst bereut man es vielleicht später. Dennoch denke ich, muss der richtige Zeitpunkt dafür da sein. Bei mir hat es ja immerhin auch fast neun Jahre gedauert. Ich bin auch ein sehr emotionaler Mensch, und wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann möchte ich es am liebsten sofort umsetzen. Mit den Jahren habe ich aber gelernt, dass es gut ist, eine Nacht darüber zu schlafen, um dann realistisch sein Ziel zu verfolgen.

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SCHWABEN-MOM: Du hast die vergangenen Wochen sicherlich rund um die Uhr gearbeitet. Wie kannst Du am besten abschalten und entspannen bei dem ganzen Alltagstrubel?

Heike: Das Schöne ist, dass ich zwar gefühlt rund um die Uhr für TITIWU präsent bin, diese Präsenz für mich aber noch keine Belastung bedeutet. Im Gegenteil, ich befinde mich immer noch auf Wolke sieben und hoffe, dass das auch noch lange so anhält. Aber ich würde lügen, wenn ich nicht auch froh darüber wäre, mal abzuschalten. Und das hört sich jetzt sicherlich ganz langweilig an: Beim Kochen kann ich mich entspannen. Ich liebe gutes Essen. Und wenn ich dann die Zeit dazu habe, dann wird das auch zelebriert. Angefangen vom Einkauf der Zutaten, dem Zubereiten bis zum Schluss – dem gemeinsamen Genuss. Und das Schöne dabei ist, dass die gesamte Familie diese Leidenschaft mit mir teilt.

SCHWABEN-MOM: Verrate uns den ultimativen Geheimtipp in Tübingen für Erholung oder Spass mit Familie.

Heike: Ich glaube, einen ultimativen Geheimtipp habe ich da nicht. Für uns bedeutet Erholung und Spaß mit der Familie, immer auch intensive Zeit miteinander zu verbringen. Das können wir am allerbesten in der Natur – und davon gibt es in und um Tübingen richtig viel. Als die Kinder kleiner waren, haben wir uns einfach eine Picknickdecke geschnappt, eine Tasche Leckereien gepackt und sind entweder in den ‚Alten Botanischen Garten‘ in der Tübinger Innenstadt oder auf den Piratenspielplatz – den haben meine Kinder so getauft – am Anlagensee gefahren.

SCHWABEN-MOM: Was ist für Dich das Schönste am Mamasein?

Heike: Da gibt es auch so unendlich Vieles. Mit meinen Jungs wird es nie langweilig und jeder Tag ist wie ein neues Abenteuer. Aber ich glaube, ein Phänomen ist das Allerschönste am Mamasein, und es ist für mich bis heute unglaublich: diese unbeschreibliche Liebe zu seinen Kindern.

Weitere Infos: 

www.facebook.com/titiwu.de/?ref=br_rs

Fotos: TITIWU / Fans Fazit