Mama-Botox-Selbstversuch: „Ich sehe einfach wieder frischer und erholter aus“

Mama-Botox-Selbstversuch: „Ich sehe einfach wieder frischer und erholter aus“

Viele Jahre haben wir schlecht geschlafen, uns viel zu wenig um uns selbst gekümmert, waren immer nur für die Kinder da und plötzlich sind sie selbstständig. Und wir Mütter kommen langsam heraus – aus unserem Tunnel jahrelanger Versorgung und Kümmerei und spüren: Wir sind nicht mehr jung! Wo sind nur die all die Jahre geblieben? Wir schauen in den Spiegel und sehen uns die Strapazen der vergangenen Zeit an. Nicht nur der Körper ist schlaffer, auch das Gesicht hat sich verändert. Die Augenränder sind dunkler und tiefer, aus den ersten Fältchen sind reife Falten geworden. Irgendwie sehen wir anders aus, als wir uns in Erinnerung hatten. Klar, wir haben tolle Kinder und der Einsatz hat sich gelohnt. Aber wir möchten uns auch wieder attraktiv fühlen.

Was ist dran an Botox, Filler und Co.?

So geht es auch Erika (Name von der Redaktion geändert), Architektin aus dem Stuttgarter Westen. Sie ist 50 Jahre. Ihr Sohn Paul kommt jetzt mit zwölf Jahren langsam in die Pubertät – sie in die Wechseljahre. „Meine Falte auf der Stirn über der Nase stört mich. Sie lässt mein Gesicht grimmig erscheinen. Und auch meine Augenränder sind in den vergangenen Jahren viel tiefer geworden. Ich sehe irgendwie anders aus, härter, müde und nicht mehr so weiblich und frisch“, erzählt Erika im SCHWABEN-MOM-Gespräch. Teure Cremes, eine positive, innere Haltung, Make-up – das hat alles nicht wirklich was gebracht.

Erika hat sich ein bisschen mit Schönheitsmedizin beschäftigt. „Ich bin skeptisch, aber irgendwie auch total neugierig. Ich würde es gerne mal ausprobieren“, erzählt sie. Was ist dran an Botox, Filler und Co.? Erika will es wissen und unternimmt einen Selbstversuch. Und SCHWABEN-MOM begleitet sie dabei.

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Erika möchte wieder erholter aussehen

Im Alter wird die Haut immer dünner

Wir machen einen Termin bei Dr. Susanne Pioch aus. Sie ist Fachärztin für Plastische Chirurgie und HNO-Heilkunde, mit eigener Praxis auf dem Stuttgarter Killesberg – direkt am Höhenpark. Sie ist unsere Expertin in Sachen Schönheit und spezialisiert auf Plastische Gesichtschirurgie und additive Gesichtsbehandlungen. Die 51-Jährige ist selber Mutter von zwei Jungs im gleichen Alter und kann Erika gut verstehen. „Frauen verändern sich nach Schwangerschaften nicht nur am Körper, sondern insbesondere auch im Gesicht. Sie sehen häufig angestrengter und müder aus“, erzählt sie. „Das liegt vor allem daran, dass im Laufe der Zeit Haut und Unterhautgewebe sich verändern, dass das polsternde Fettgewebe über dem Gesichtsskelett abnimmt und die Elastizität des Gewebes sehr nachlässt. Auch kann weniger Feuchtigkeit im Bereich der Weichteile gespeichert werden, sodass eben feuchtigkeitsspendende, oberflächliche Cremes und andere Behandlungen irgendwann nicht mehr ausreichend sind,“ so die Ärztin.

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Dr. Susanne Pioch ist Ärztin für Plastische Chirurgie und spezialisiert auf additive Gesichtsbehandlungen / © Dorow Clinik, Waldshut

Wir sitzen in ihrer schönen Praxis mit Blick auf die Killesbergbahn. Sie nimmt sich sehr viel Zeit und erklärt uns alles ausführlich und verständlich. „Je älter wir werden, desto dünner wird unsere Haut. Das Fettgewebe schwindet langsam und die Haut fängt an zu hängen“, so die Fachfrau. „So kommt zum Beispiel auf der Stirn in der Regel pro Jahrzehnt eine Querfalte hinzu“, weiß Susanne.

Wir gehen in ihr Behandlungszimmer. Erika nimmt auf dem Behandlungsstuhl Platz. Susanne schaut sich Erikas Gesicht ganz genau an. Ihre Empfehlung: Die Falten auf Erikas Stirn sollen mit Botox behandelt werden. Die tiefen Augenringe möchte sie mit sogenannten Fillern bearbeiten. Das sind Hyaluronsäure-Präparate, die abhängig von der Lokalisation in definierte Weichteilebenen gespritzt werden – also in tieferen Schichten wirken können, als oberflächlich wirkende Behandlungen.

„Botox ist viel harmloser als Haare färben“

Bei der Botox-Behandlung hat die Ärztin eine ganz spezielle Methode entwickelt. Sie nennt es ‚Slow-Botox‘. „Ich möchte ganz natürliche Effekte erzielen und die Gesichtsmimik erhalten. Deshalb spritze ich in mehreren Sitzungen, um mir die Ergebnisse erstmal anzuschauen“, sagt Susanne. „Jeder reagiert unterschiedlich auf Botox und benötigt eine individuelle Dosierung“, erklärt sie. Und was hat Botox für Risiken? Und: Wie wirkt es überhaupt? „Botox ist viel harmloser als Haare färben. Mittlerweile ist es ein medizinisch anerkanntes Behandlungsverfahren, mit dem gezielt gewisse Teile der mimischen Muskulatur des Gesichtes in der Funktion gehemmt oder, je nach Dosierung, auch komplett eingeschränkt werden kann.

Und dann geht es los: Susanne macht noch einige Fotos von Erika. Erika muss Grimassen schneiden, damit Susanne die Mimik und den Behandlungserfolg genau dokumentieren kann. Erikas Stirn wird desinfiziert. Weiße Punkte werden mit einem Stift auf ihrer Stirn markiert – das sind die Punkte, in die später das Botox injiziert wird. Erika ist etwas aufgeregt, aber Susanne ist ganz entspannt. Man spürt ihre Routine. Im Hintergrund läuft nette Soul-Musik – ein angenehmer Arztbesuch. Die ersten Spritzen sind gesetzt. Tat es weh? „Es ist weniger zu spüren als beim Blutabnehmen. Nur ein kleiner Pieks“, sagt Erika und liegt mittlerweile ganz ruhig auf dem Behandlungsstuhl. Rund zehn Mal spritzt Susanne in Erikas Stirn. Innerhalb von 20 Minuten ist die Botox-Behandlung vorerst abgeschlossen.

Botox hält drei Monate, Filler rund eineinhalb Jahre

„Es wird jetzt drei bis vier Tage dauern, bis man den glättenden Effekt sieht“, erzählt uns Susanne. In einer Woche wird Susanne kontrollieren, ob es ausreichend war, oder noch mal nachgespritzt werden muss. Rund drei Monate dauert der Botox-Effekt an. Danach muss die Behandlung wiederholt werden.

Fillerbehandlung

Susanne spritzt Erika Hyaluronsäure-Filler unter die Augenpartie

Jetzt ist die Augenpartie dran. Sie wird mit sogenannten Fillern bearbeitet. „Der Vorteil von Hyaluronsäure-Fillern beruht neben dem Volumeneffekt vor allem auch darauf, dass damit wieder viel mehr Feuchtigkeit im Gewebe gehalten werden kann. Das verjüngt ungemein.“, erklärt Susanne. Filler haben eine Wirkungszeit von rund eineinhalb Jahren – eine wesentlich längere als Botox. Wichtig ist, nur Filler zu benutzen, die sich auch wieder vollständig abbauen können, damit man keine unerwünschten Nebenwirkungen hervorruft. Die Haut unter den Augen ist empfindlich, aber Erika ist tapfer. „Das kann man gut aushalten“, erzählt sie uns während Susanne vorsichtig einspritzt. Nach insgesamt einer Stunde ist Erika mit Allem fertig. Wir vereinbaren mit Susanne einen Termin für die kommende Woche zur Kontrolle.

Nach einer Woche wird noch mal nachbehandelt

Nach zwei Tagen treffen wir Erika. Ihre Stirn ist schon sichtbar glatter, sie kann sie trotzdem noch runzeln. Unter den Augen ist die Haut leicht geschwollen. „Das ist ganz normal. Vor allem bei Patienten mit sehr heller und empfindlicher Haut wie Erika“, erklärt uns Susanne.

Wir treffen Susanne mit Erika eine Woche später in ihrer Praxis. Sie ist noch nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis. „Da wir ein sehr natürliches Ergebnis erreichen wollen, ist es besser, nach rund sieben bis zehn Tagen gegebenenfalls an definierten Stellen nochmal etwas nachzuspritzen, als ein Overtreatment, also eine Überbehandlung, zu machen, mit dem die Patienten dann nicht zufrieden sind, weil es beispielsweise unnatürlich wirkt“, erklärt sie uns. Susanne ist eine absolute Perfektionistin. Jede kleinste Unebenheit und Asymmetrie wird von ihr noch mal korrigiert.

Erikas Gesicht wirkt weicher und entspannter

Sie macht einen dritten und letzten Termin mit Erika aus. Nach einer weiteren Woche sieht Erika richtig gut aus. Die Stirn ist glatt, aber beweglich. Es sieht nicht künstlich aus, wie wir es von einigen Schauspielern und Stars aus dem Fernsehen kennen. Auch die Filler unter den Augen haben ihre Wirkung voll entfaltet: Erikas Gesicht sieht weicher, glatter und runder aus. Auch jünger, aber vor allem erholter und entspannter. Sie ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Man gewöhnt sich schnell an den neuen Anblick im Spiegel. Wenn ich jetzt die Fotos von Vorher sehe, kann ich es kaum glauben. Mein Gesicht sieht wieder aus wie früher, viel weicher und voller und dennoch natürlich. Das war mir ganz wichtig.“

Auch Susanne ist mit dem Endergebnis zufrieden. „Es ist immer wieder schön zu sehen, was für tolle Effekte man mit diesen kleinen und harmlosen Eingriffen erzielen kann“, freut sie sich.

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Vorher und nachher im Vergleich – mit einem Lächeln im Gesicht

Und was kostet die Behandlung? „Eine Botox-Sitzung kostet je nach Region und Verbrauch rund 150 Euro. Die Filler sind etwas teurer. Die Behandlung kostet auch hier je nach Verbrauch von 450 Euro bis zu 800 Euro, dafür halten die Filler dann auch wesentlich länger. Ich arbeite aus Überzeugung nur mit sehr hochwertigen Produkten einer bestimmten Firma, die in Deutschland ansässig ist und mit Abstand die besten Ergebnisse erzielt.“, erklärt uns Susanne.

Wir sind überrascht, wie natürlich Botox und Filler wirken können – weit weg von dem, was wir häufig im Fernsehen und in den Promiblättern im Wartezimmer sehen. Erika steht vor uns und strahlt. „Ich komme auf jeden Fall wieder“, sagt sie zu Susanne.